Gleich fünf Bomben im Wald entschärft

Kampfmittelräumdienst wurde bei Bölingen fündig
Fehlabwürfe bei Kriegsangriff auf Ahrweiler

BÖLlNGEN. Gleich fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärften am Mittwochnachmittag die Männer des Kampfmittelräumdienstes Koblenz in einem Waldstück bei Bölingen.
  Räumgruppenleiter Dietmar Schmid und seine Männer staunten nicht schlecht, als sie nach der Luftbildauswertung am vermuteten Ort im Wald mit ihren Metallsuchgeräten dicht nebeneinander gleich fünf der gefährlichen Kriegshinterlassenschaften fanden.


Ralf Reichert vom Kampfmittelräumdienst war mit seinen Kollegen am Mittwoch bei Bölingen im Einsatz. Foto: Jochen Tarrach
Vier der amerikanischen 125-Kilo­Bomben steckten bis zu 2,5 Meter tief im weichen Waldboden, eine Bombe jedoch lag nur knapp 50 Zentimeter unter der Oberfläche und war lediglich von einer dünnen Humusschicht abgedeckt. Probleme bei der Entschärfung machte nach Aussage von Schmid nur eine der Bomben, deren Zünder durch den heftigen Aufschlag auf den Boden verbogen wurde. Die Kampfmittelexperten sind sich sicher, dass es sich um Fehlabwürfe bei einem der 14 Angriffe auf Bad Neuenahr und Ahrweiler in der Zeit vom 8. Oktober 1944 bis zum 27. Februar 1945 handeln muss. 125-Kilo-Bomben wurden nicht zu Angriffen auf Einzelobjekte, wie zum Beispiel die Brücke von Remagen, verwandt, sondern mehr zu Flächenbombardements.
  Die Entschärfungsaktion gestern ging schnell und in aller Stille vor sich. Da der Fundort weit ab von bewohnten Orten lag, musste lediglich der Wald für kurze Zeit gesperrt werden. Die Bevölkerung wurde nicht alarmiert, um keine Unruhe zu erzeugen. Mit Ralf Reichert, Jürgen Wagner, Marco Ofenstein, Frank Bender und Dietmar Schmid waren fünf Entschärfungsspezialisten im Einsatz. Bei Einbruch der Dunkelheit lagen die "gezähmten" Sprengkörper bereits auf dem Lkw, um zum Munitionslager nach Koblenz gebracht zu werden. (tar)

Quelle: Rheinzeitung vom 02.11.2007


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