Anschluss kommt auch ohne Haribo

Ab Frühjahr wird zweite Anbindung des Innovationsparks an A 61 gebaut

Vor einem Jahr sagte das Mainzer Verkehrsministerium den Bau eines zweiten Autobahnanschtusses für das Gewerbegebiet in Ringen zu - auch, um Haribo den Umzug von Bonn in die Grafschaft schmackhaft zu machen. Das Unternehmen hat der Gemeinde jüngst einen Korb gegeben, die Anbindung kommt dennoch wie geplant.

GRAFSCHAFT. Der Bau für den Anschluss des Ringener Innovationsparks Rheinland (IPR) an die A 61 in Richtung Koblenz beginnt wie geplant im Frühjahr 2008. "Bei entsprechender Witterung kann im März oder April mit den Arbeiten begonnen werden", erklärte Jürgen Gest, Leiter des Autobahnplanungsamtes Montabaur. Die Anbindung wird ihm zufolge bis Ende 2008 fertig werden.
Spezialisten am Werk
  Nun wurden die Ausschreibungsunterlagen für die Bauarbeiten an 14 Bewerber auf den Weg gebracht. "Die Unterlagen wurden an die Firmen versandt, die ein Leistungsverzeichnis angefordert haben. Die Submission ist für Mitte November 2007 vorgesehen" , erklärte Gest. Ihm zufolge sind unter anderem zwei Parallelspuren in einer Gesamtstraßenlänge von rund 500 Metern und eine rund 5,50 Meter hohe Unterführung geplant, die als Verbindungsspange unter die A 61 geleitet wird. Zudem soll ein zweiter Erddamm, der gegenüber dem Innovationspark in den Planzeichnungen vorgesehen ist, aufgeschüttet werden. Diese Arbeiten sollen eine Brückenbaufirma, ein Unternehmen, das sich auf den Erdaushub und den Straßen­bau spezialisiert hat, und ei­ne Firma, die für die Verkehrssicherheit sorgt, übernehmen. Erfahrungen sammelten die Experten bereits vor Jahren mit der ersten Anschlussstelle, die die Anbindung in Richtung Köln sicherstellte. Ursprünglich war geplant gewesen, mit dem Bau der zweiten Anbindung bereits in diesem Herbst zu beginnen. Ein technisches Problem für den zweiten Autobahnanschluss des IPR sehen die Planer nicht. Als einen Grund für den Baubeginn im nächsten Jahr bezeichnete der Leiter der Abteilung Verkehr und Straßenbau im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, Lothar Kaufmann, "die besonderen Bodenverhältnisse". Durchfeuchtung in den Herbst- und Wintermonaten könnten einen Bodenaustausch erfordern und so nicht kalkulierbare Mehrkosten oder sogar den Baustopp bewirken. Kaufmann erinnert an entsprechende Erfahrungen aus der Zeit des Baus der A 61 sowie des ersten Autobahnanschlusses Ringen.
Sicherheit soll vorgehen
  Als weiteren Grund für den Aufschub wird die Verkehrssicherheit angeführt: "Damit wird gewährleistet, dass in dem hoch belasteten Bereich der Autobahn 61 keine Baustellenverkehrsführung während der Winterzeit mit entsprechenden Erschwernissen für den Winterdienst und zusätzlichen Gefahren für die Verkehrsteilnehmer besteht", erläuterte Lothar Kaufmann. Das Baurecht für die neue Anschlussstelle besteht seit Mitte 2000, die Entwürfe für den Ausbau des Autobahnanschlusses liegen seit geraumer Zeit in den Schubladen des Autobahnplanungsamtes Montabaur. Die Vorarbeiten zum neuen Autobahnanschluss liefen bereits vor Monaten zügig an: Nach den notwendigen Rodungsarbeiten, die im Februar 2007 abgeschlossen wurden, ließ das Autobahnamt im Bereich der neuen Trassenführung im Frühsommer 2001 reihenweise Pflöcke einschlagen, um die neue Straßenführung zu markieren. Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 02.11.2007


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