Morde am laufenden Band

Hunderte Fans verfolgten in Ringen die Lesungen der Eifelkrimi-Autoren

GRAFSCHAFT. Im Bürgerhaus Ringen war am Sonntagabend kein Plätzchen mehr zu ergattern. Hunderte Eifel­Krimi-Fans hatten sich von nah und fern eingefunden, um die Lesung der Eifelkrimi-Autoren Jacques Berndorf und Ralf Kramp in der Grafschaft zu genießen. Bürgermeister Achim Juchem hieß die Autoren willkommen und outete sich als kundiger Kriinileser, der einige Bezüge zwischen den Eifelkrimis und der Grafschaft herzustellen wusste. Und er dankte dem Veranstalter, "Hermines Buchladen" aus Ringen.
  Das Grafschafter A-cappel­la-Ensemble Rondo Vocal eröffnete den Abend mit dem Madrigal "Tanzen und springen, singen und klingen" und dem englischen Volkslied "Scarborough fair" - eine romantische Einleitung für einen Abend, der dem Publikum handfeste Morde am laufenden Band präsentierte.
  Ralf Kramp bot zunächst ein launiges Gedicht um einen Gattenmord, bei dem das ermordete Gespons nach vielfältigen Versuchen der Beseitigung auf dem Kompost verrottet.


Ralf Kramp (links) und Altmeister Jacques Berndorf ließen bei ihrem Publikum keine Langeweile aufkommen. Foto: Vollrath
  Jacques Berndorf präsentierte als zweiten Gang ein "Jahrhundertverbrechen" und las aus "Jonnys Coup" vor, bei dem ein Bankautomat geklaut werden soll, jedoch mit großem Tamtam irrtümlicherweise ein Kontoauszugsdrucker abgeschleppt wird.
  Kramps "Flipper im Regen" mundete den Zuhörern ebenfalls, denn es war höchst vergnüglich zu erleben, wie ein Mörder sich trotz heftiger Heulattacken doch noch zum Mord durchringen kann.
  "Mond über der Eifel" entführte die Fans von Berndorf auf erheiternde Art in die Welt der Esoterik, in der keltische Heilszeichen Glückszustände aller Arten garantieren.
  Nach der Pause mit feinem Rotwein und leckerem Brot ging es mit Musik von Rondo Vocal und ausgesuchten Verbrechen munter weiter. Vor allem die witzige Geschichte Kramps aus der Krimi-Sammlung "Schwarzer Tod", in der eigentlich nur die Erb-Oma mittels vergiftetem Kaffee sterben soll, dann aber die halbe Verwandtschaft und ein Staubsaugervertreter dran glauben müssen, sorgte noch einmal für spannendes Krimivergnügen.
  Viele Zuhörer nahmen nach dem Ende der Lesung die Gelegenheit wahr, sich mit frischem Lesestoff einzudecken, und ließen sich die neuen Errungenschaften gleich signieren. Dabei verrieten einige eingeschworene Eifelkrimi-Leser, dass sie zu den Stätten der Romane pilgern, um so "ihren" Autoren und deren Protagonisten nahe sein zu können. Eine Krimifreundin berichtete sogar, dass sie sich eine richtige Eifelkrimi-Landkarte hergestellt hat, auf der sämtliche Tatorte zu finden sind und die alle mit Begeisterung erwandert werden. (ors)

Quelle: Rheinzeitung vom 03.03.2009


  Zurück