Lob für neue Amtsstuben

Rathaus Ringen und Feuerwehr öffneten Pforten
Jetzt ist es offiziell: Die Gemeindeverwaltung Grafschaft weihte gestern ihr neues Rathaus ein - und erlaubte einen Blick hinter die Kulissen.

GRAFSCHAFT. Nach 17 Monaten Bauzeit bezog die Verwaltung der Gemeinde Grafschaft im vergangenen Frühjahr ihr neues Rathaus in Ringen. Gestern wurde das neue Domizil feierlich eingesegnet und offiziell eingeweiht. Anschließend konnten sich die Bürger bei einem "Tag der offenen Gemeinde" in allen drei Stockwerken umschauen und die Büros aus nächster Nähe betrachten. Nebenan luden die elf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Grafschaft zum "Gemeindefeuerwehrtag".
  Das alte, denkmalgeschützte Rathaus und sein moderner Anbau bietet den rund 40 Mitarbeitern eine Gesamtnutzfläche von 1880 Quadratmetern. "Im Zuge der Bauarbeiten wurden 3500 Kubikmeter Erdreich bewegt, 810 Kubikmeter Beton und 70 Tonnen Stahl verarbeitet, 610 Quadratmeter Fensterglas eingebaut, 1000 Quadratmeter Parkett und 200 Quadratmeter Naturstein verlegt", berichtete Architekt Manfred Dünker aus Ringen. "Das entspricht dem Bedarf für rund zehn Einfamilienhäuser."
  Der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem erinnerte an die schwierigen Zeiten vor dem Umzug, als seine Mitarbeiter auf fünf verschiedene Bürostandorte verteilt waren. "Das war unpraktisch, für die Mitarbeiter genauso wie für die Bürger." Die Reaktion der Grafschafter auf ihr neues Rathaus sei bisher durchweg positiv, so Juchem. Vor allem die Parkmöglichkeiten und das Bürgerbüro im Erdgeschoss kommen sehr gut an. Im sanierten Altgebäude, welches mit dem Neubau durch einen Mauerdurchbruch und einen kurzen Glasflur verbunden ist, sind die Büros für den Fachbereich Soziales und Ordnung sowie die des Abwasserwerkes verblieben. Die oberste Etage kann wegen Brandschutzvorschriften nur als Lager genutzt werden. Die Gesamtkosten für Neubau und Altbausanierung belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro, knapp eine Million Euro Zuschuss gab es aus Landesmitteln.
 
                         
 
Hand in Hand nahmen (von links) Bürgermeister Achim Juchem, sein Amtsvorgänger Hubert Kolvenbach und die Beigeordneten Helga Dohmganz und Hermann-Josef Linden die Grundsteinlegung vor. Zeitgleich mit der Rathauseinweihung in Ringen luden auch die Wehrkameraden der Grafschaft zum Gemeindefeuerwehrtag. Foto: Vollrath
 
 In einer ökumenischen Andacht segneten der katholische Pfarrer Robert Görres und seine evangelische Kollegin Elke Smidt-Kulla den Neubau ein, anschließend schritt man zur Grundsteinlegung. Dabei arbeiteten Bürgermeister Juchem und sein Vorgänger Hubert Kolvenbach, der in seiner Amtszeit das Bauprojekt auf den Weg gebracht hatte, zusammen und verschlossen eine Kartusche mit Urkunden, Tageszeitung und Münzen hinter einer Edelstahlplatte in einer Mauernische. Glückwünsche überbrachte der Bürgermeister von Rottleberode, Ralf Rettich. Mit der ostdeutschen Stadt verbindet die Gemeinde Grafschaft eine langjährige Partnerschaft.
  Im Anschluss an den offiziellen Teil gehörte das Rathaus ebenso wie das Feuerwehrgerätehaus und die Info-Stände auf dem Parkplatz sowie die Kinderattraktionen den zahlreichen Besuchern.
  Die Feuerwehrkameraden servierten im großen Festzelt ein Mittagessen sowie später Kaffee und Kuchen. Hier wurde es nachmittags noch einmal feierlich, als Bürgermeister Juchem an fünf Feuerwehrleute das Silberne Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft überreichte. Für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen erhielt der Wehrleiter der Grafschaft, Erich Krupp, das Silberne Feuerwehrehrenzeichen am Bande. Die Freiwillige Feuerwehr Grafschaft hat rund 200 aktive Mitglieder. (gg)

Quelle: Rheinzeitung vom 03.09.2007


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