Höchste Zeit für eine Uhr

Ringen: Beller Bürger beginnt Sammelaktion
Herbert Glath aus Ringen-Beller hat einen großen Wunsch. Und der dreht sich
rund um die Kirchturmuhr: Denn seit Langem ist die einstmals an der Ringener
Pfarrkirche St. Dionysius hängende Anzeige verschwunden.

RINGEN. Bis vor etwa 50 Jahren konnte jeder an der Ringener Kirchturmuhr die Zeit ablesen. Doch niemand weiß, wo die Uhr seitdem geblieben ist. Der Glockenstuhl wurde damals erneuert, und danach war die Uhr verschwunden. Zwar schlägt es immer noch jede Stunde vom Kirchturm, doch Uhrblatt und Zeiger fehlen.
  Der Beller Bürger Herbert Glath vermisst die Uhr auf dem Turm der Ringener Pfarrkirche: "Auch wenn jeder eine Armbanduhr hat: Eine Uhr gehört an die Kirche", findet er - und weiß Pfarrer Robert Görres auf seiner Seite. "Er würde sich freuen, wenn wir es ohne Geld vom Bistum schaffen könnten" , berichtet er. "Auch Karweiler hat seit ein paar Jahren wieder eine Kirchturmuhr, und die Menschen finden das gut."


Sie schlägt zwar, die Kirchturmuhr in Ringen, doch seit dem Verschwinden des Zifferblatts vor einem halben Jahrhundert ist nichts mehr zu sehen. Das soll sich ändern. Foto: Vollrath
  Herbert Glath hat sich bereits informiert. Eine Uhr mit Zifferblatt auf einer Seite kostet 5000 Euro, mit Zifferblättern auf drei Seiten 10000. Zur vierten Seite hin verdeckt das Dach des Kirchenschiffes den Ringener Kirchturm. Glath kennt die Arbeit, die auf ihn zukommen wird. Er weiß auch schon, wen er um Spenden bitten will. "Wenn außerdem viele Menschen mit kleinen Beiträgen helfen, schaffen wir es" , sagt er. Genug Erfahrung hat er. 1997/98 hat er dafür gesorgt, dass das sogenannte Eckendorfer Heiligenhäuschen ein neues Dach und einen neuen Anstrich bekommt. Es handelt sich um die in klassizistischem Stil in den Feldern zwischen Beller und Bölingen errichtete Gedenkstätte für Anna Sophia Willems, die im Jahr 1856 an dieser Stelle mit einem Pferdekarren tödlich verunglückt war. Gleichgesinnte unterstützten ihn dabei, diese Gedenkstätte zu sanieren. "Da brennt immer ein Lämpchen, viele Menschen finden auf der Bank unter der großen Kastanie Ruhe, die Gedenkstätte wird gut angenommen", berichtet er.
  Das zweite Projekt ist die Sanierung der St.-Josef­Kapelle in Beller. Diese konnte gerade mithilfe von Bistum und Pfarrgemeinde vollendet werden. Zahlreiche Kapellenfeste wurden in den vergangenen Jahren zugunsten des mittlerweile sehr ansehnlichen Gotteshauses veranstaltet. Spender sorgten zudem für finanzielle Unterstützung. Mit 60 Prozent Zuschuss vom Bistum erhielt das neugotische Gotteshaus ein neues Schieferdach, 40 Prozent steuerte die Pfarrgemeinde bei.
  1999 hatte Glath die Initiative ergriffen. Damals verfiel die Kapelle zusehends. Mithilfe einheimischer Handwerker legten die Helfer die Wände trocken, erneuerten den Innenanstrich und sanierten die Fenster. Die Einrichtungsgegenstände wurden aufgearbeitet oder ergänzt. Weil diese Projekte erfolgreich verliefen, ist Herbert Glath nun zuversichtlich, dass auch das Projekt Turmuhr erfolgreich angegangen werden kann. Er setzt auf Unterstützung der Bürger aus Ringen, Beller und Bölingen. (sm)

Quelle: Rheinzeitung vom 04.12.2008


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