Rathaus-Neubau für mehr Bürgerservice

Arbeiten für 3,7 Millionen Euro reures Projekt in Ringen liegen im Zeitplan - Bisher rund 650000 Euro verbaut - Umzug bereits Mitte 2006 möglich

Ein wahrlich großes Projekt ist das neue Rathaus der Gemeinde Grafschaft. Immerhin werden in Ringen 3,7 Millionen Euro investiert. Und wenn weiterhin alles nach Plan läuft, könnten Mitte nächsten Jahres schon die Umzugskartons gepackt werden.
  RINGEN. Knappe Kommandos hallen durch halb fertige Gänge. Es riecht allerorten nach Beton. Viel Staub hängt in der Luft, überall stehen Gerüste und Stahlträger herum. Volker Siefke, zuständig für Bauten in der Gemeinde Grafschaft, ist sich sicher: "Spätestens Mitte nächsten Jahres werden wir die Urnzugskartons packen." Das 3,7-Millionen-Euro­Großprojekt "Neues Rathaus" Ringen schreitet zügig voran. Die Bauarbeiten, die erst Anfang April 2005 mit den Ausschachtungen begonnen haben, liegen voll im Zeitplan. Bagger haben bereits den Weg für die Wasserversorgung freigelegt, der Gasanschluss wird in Kürze folgen. Das Keller- und Erdgeschoss sind im Rohbau bereits fertig gestellt, auch die Außenwände der zweiten Etage stehen. Ende kommender Woche wird dann die zweite Decke gegossen.

Ruckzuck schreiten die Bauarbeiten am Ringener Rathaus voran. Die Dachdecker sollen noch in diesem Jahr ran. Foto: Horst Bach

Das Obergeschoss soll dann auch zügig hochgezogen werden. "Geplant ist, dass die Dachdecker noch in diesem Jahr ihre Arbeiten abschließen. Wir wollen, dass der Neubau im Winter dicht ist", erklärte Siefke. Auch über eine innovative Versorgung wurde bereits nachgedacht. Zunächst wird's jedoch wohl keine Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Rathauses geben. "Unser Energiebedarf wurde von Fachbüros ermittelt. In die Berechnungen wurden auch Fotovoltaik-Anlagen und Pelletheizungen eingebracht. Die Entscheidung fiel dann fürs Gas", so Siefke. Dennoch sei es nicht auszuschließen, "dass wir die Dachflächen irgendwann einmal an interessierte Firmen vermieten, die Strom über Fotovoltaik-Anlagen vermarkten." Verbaut wurden bisher rund 650 000 Euro. Läuft alles weiter nach Plan, so könnte das erste Bürgerbüro in der Geschichte der Gemeinde Grafschaft bereits im Herbst 2006 im Erdgeschoss des Neubaus seine Pforten öffnen. Neben dem lichten Foyer, Kirche, wird das Trauzimmer eingerichtet. Ihre Büros und das Vorzimmer werden Bürgermeister Achim Juchem und Amtsleiter Egon Mohr in der ersten Etage des Neubaus finden. Im zweiten Stockwerk sollen dann das Bauamt, die Finanzabteilung und weitere Abteilungsleiter zu finden sein. Insgesamt soll der Neubau hinter einer modernen Aluminium-Glas-Fassade eine Brutto-Gesamtfläche von rund 1738 Quadratmetern umfassen. Das Abwasserwerk, das zurzeit im Bauhof untergebracht ist, wird im Altbau platziert. Die Verbindung zwischen Neu- und Altbau soll etagenweise durch einen Glas-Korpus sichergestellt werden. Selbst im Keller wird es einen Durchgang geben. Auch ein Fahrstuhl, dessen Schacht vom Keller bis unters Dach reicht, wurde bei der Planung des neuen Rathauses nicht vergessen. Die Planungen für den Außenbereich stehen auch bereits fest: Vor dem Neubau sollen neue Parkplätze entstehen, Bäume sollen das Bild abrunden. Ob es ein Richtfest geben wird oder eine "Grundsteinlegung" mit dem alten Gemeinde-Wappen, das im Foyer ausgestellt werden soll, steht noch nicht fest. Bereits vor Wochen hatte Bürgermeister Achim Juchem erklärt: "Ein Richtfest kostet auch viel Geld, das wir woanders bestimmt besser verwenden können." Schließlich ist das Rathaus nicht das einzige große Projekt der Gemeinde: Der Sportplatz Leimersdorf, der in einen granulatverfüllten Kunstrasenplatz umgebaut werden soll, wird wohl noch im Herbst in Angriff genommen. Für die Sanierung des Spielfeldes werden rund 612000 Euro veranschlagt. Die Angebote wurden bereits sondiert. Zudem soll in Nierendorf ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Jugendraum gebaut werden. Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 05.10.2005


  Zurück