Spaß mit den Wendböggele
300 Gäste kamen zur großen Prunksitzung
Ringener Jecken feierten das 20-jährige Bestehen ihrer KG im großen Rahmen - Eigengewächse überzeugten das Publikum

Rappelvoll war es am Samstagabend bei der großen Prunksitzung der KG Ringener Wendböggele. Kein Wunder: Die Grafschafter Jecken hatten zum 20-jährigen Bestehen ein bunt gemischtes Programm auf die Beine gestellt.


  RINGEN. Jeden Grund zu feiern hatten die Ringener Wendböggele am Samstag­abend: Nicht nur, dass es ihre KG seit mittlerweile 20 Jahren gibt. Nein, zur großen Prunk­sitzung tanzten 300 Jecken an, die mit Prinzessin Margret I., ihrem schmucken Hofstaat und dem Elferrat schunkelten und lauthals sangen.
  Überhaupt war die Sitzung musikalisch geprägt. Gleich zu Anfang begleitete der Musikverein Karweiler mit fetzigen Rhythmen den Einmarsch der Möhnen, der zwei Tanzgruppen, des Vorstands und der Tollität.
  Zu Ehren der Prinzessin zeigten sogleich die süßen Minifunken in ihren lila-grünen Outfits, dass man auch schon in ihrem zarten Alter wild mit den Hüften wackeln kann. Und weil das dem verzückten Publikum so gut gefiel, mussten die Kleinen auch gleich eine Zugabe geben.


Die Minifunken verzauberten die Gäste mit ihren süßen Tänzen. Fotos: Vollrath/Gausmann
  Nicht minder begeistert waren die Gäste von den großen Mädchen, die einen Gardetanz präsentierten. Doch auch Wortwitz fehlte am Samstagabend nicht: "Strunz und Böggel" alias Walter Lorenz und Wolfgang Raschke, die als traurig aussehende Clowns die Bühne unsicher machten, kamen richtig gut an. Kein Wunder, verstanden es die beiden doch, bissig über Arztbesuche, Ärger mit der Damenwelt und sonstige Tücken des Alltags zu berichten. Dabei ging es zwar manchmal etwas deftig zu, aber stets humor- und geschmackvoll.
  Auch Ehrungen standen auf dem Programm: Sitzungspräsidentin Rosi Stollenwerk holte Bruno Günther auf die Bühne, der bereits seit 20 Jahren bei den Wendböggele aktiv ist. Und nicht nur das - der Schreinerrneister und ehemalige Prinz (1987/88) packte stets mit an, wenn es galt, die Bühnen zu bauen. Dafür erhielt er den Orden der Rhein­Zeitung.

Bruno Günther mischt seit 20 Jahren bei den Ringener Wendböggele mit. Dafür gab's den Orden der Rhein-Zeitung.
Weil der KG-Vorsitzende Albert Zabbei ebenfalls seit mehreren Jahren in der fünften Jahreszeit einiges auf die Beine stellt, erhielt auch er die Auszeichnung der RZ.
  Die Ringener Möhnen, die kurz darauf die Bühne stürmten, hatten ein kesses Liedchen mit passendem Tanz einstudiert. Dass der ein oder andere Ton nicht so ganz getroffen wurde, überhörten die begeisterten Gäste gerne. Und so verließen die Damen umjubelt den Saal, um einem "bissigen" Tanzpaar aus Oberdrees Platz zu machen. Annika Schwalb und Andre Knott zeigten akrobatische Meisterleistungen zur Musik von "Tanz der Vampire". Die beiden wirbelten durch die Luft, als sei dies die einfachste Art und Weise, um sich fortzubewegen. Kein Wunder, dass die beiden jede Menge Applaus ernteten und noch eine Zugabe geben mussten. Die "Dromdöppe" aus Köln unterhielten schließlich mit netten Liedchen, bevor die Stadtmauredressser aus Ahrweiler samt Ahrweiler KG, den Funken und Prinz Peter vorbeischauten, um den Grafschafter Karnevalisten ihre Aufwartung zu machen.
  Derb war der Humor von Büttenredner Wolfgang Stenzel aus Hemmessen, der als "Prinz Wolfgang von der KG Braun-Grün" auftrat und in mehrere Rollen schlüpfte. Herzlich willkommen geheißen wurde nach seinem Auftritt das Dreigestirn aus Hemmessen, das zur Freude der Ringener Karnevalisten auch einige Orden im Gepäck hatte.
  Frenetisch umjubelt wurden danach wieder Eigengewächse, diesmal in Form des Männerballetts "Die Ringener Perlen" . Als Schlafmützen mit Plüsch-Pantoffeln tanzten sie sich in die Herzen der Gäste, zu denen auch Bürgermeister Achim Juchem, seine Beigeordneten und Ortsvorsteher Toni Palm zählten. Für Lacher sorgten die "Perlen", als einem der Herren im Eifer des Gefechts der Hausschuh vom Fuß rutschte und einmal quer durch den Saal flog.
  Heiß her ging es auch, als die Tanzgarde ihren Showtanz vorführte: In kurzen Röckchen sausten die hübschen Mädels zur Musik aus 20 Jahren Popgeschichte (in Anlehnung an das 20-jährige Bestehen der KG) durch den Saal. Die Gäste hielt dabei nichts mehr auf den Stühlen. Nach diesen Stimmungskanonen fiel es den "Godesberger Junge" zum Abschluss leicht, die Gäste mit bekannten Karnevalsliedern bei Laune zu halten. (sto)

Quelle: Rheinzeitung vom 06.02.2006


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