Innovationspark Grafschaft: Kreis buttert 100 000 Euro zu

Investitionskostenzuschuss fließt für die Geländeprofilierung

AHRKREIS. Mit dem Innovationspark Rheinland in der Gemeinde Grafschaft als Bonn - Berlin - Ausgleichsprojekt verfügt der Kreis Ahrweiler über ein hervorragendes Gelände zur Ansiedlung neuer Arbeitsplätze. Darüber waren sich alle Fraktionen bei der Sitzung des Kreistages gestern einig. Kontrovers wurde allerdings über den Beschluss diskutiert, die Vermarktung mit weiteren 100 000 Euro zu fördern.
  Das Interesse von Firmen außerhalb des Ahrkreises war bisher nicht groß. Obwohl der Kreis 700000 Euro, die Hälfte davon Mittel des Bundes, ausschließlich für die überregionale Vermarktung des Geländes ausgegeben hat, ist es bisher nicht gelungen, größere Investoren für die Grafschaft zu begeistern. Da die Rahmenverträge zur bundesweiten Vermarktung nun ausgelaufen sind, will der Kreis weitere 100 000 Euro zur Verfügung stellen. Da es sich um ein leicht abfallendes Gelände handelt, soll das Geld offiziell als Investitionskostenzuschuss an ansiedlungswillige Firmen zur erforderlichen Geländeprofilierung gezahlt werden.
  "Die Ausbeute der bisherigen 700 000 Euro ist gleich Null" , kritisierte Wolfgang Schlagwein, Sprecher von Bündnis 90/Grüne. Es sei lediglich gelungen, aus anderen Kreisteilen fünf Firmen in die Grafschaft umzusiedeln, ein sechstes Unternehmen habe Interesse bekundet.
  Für Landrat Jürgen Pföhler trotzdem ein Erfolg, denn man wisse nie, wohin die Arbeitsplätze sonst abgewandert wären. "Wir haben einen ausgezeichneten Standort, wir dürfen ihn nur nicht schlecht reden, sondern müssen seine Stärken optimieren" , so Pföhler. Für den Kreis sei es selbstverständlich, die Gemeinde Grafschaft nicht allein zu lassen. Michael Schneider (CDU) sah in der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland einen der Gründe, dass es mit der Besiedlung nicht geklappt habe. Aber auch die bisher nicht gebaute Autobahnanbindung spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es bedürfe nun gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten, um erfolgreich zu sein.
  Da der Tagesordnungspunkt auf Antrag der CDU ohne Vorberatung im Kreis­ und Umweltausschuss auf die Tagesordnung des Kreistages gesetzt wurde, beantragten Wolfgang Schlagwein sowie SPD-Sprecher Lorenz Denn, noch nicht über ein weiteres finanzielles Enggement zu entscheiden, sondern erst nach weiteren Möglichkeiten zur Unterstützung der Gemeinde Grafschaft zu suchen. Während sich Roderich Graf von Spee für die FDP ebenfalls für eine Vertagung aussprach, wollte FWG-Sprecher Rolf Deißler den Kreis an der Seite der Gemeinde Grafschaft sehen und der Förderung zustimmen.
  Die Vertagung wurde mit den Stimmen von CDU und einem Abgeordneten der FWG abgelehnt. So wurde im mehrheitlich gefassten Beschluss nochmals die Wichtigkeit des Innovationsparks Rheinland für den Strukturwandel im Ahrkreis unterstrichen und der Wille bekundet, die Gemeinde Grafschaft bei der Vermarktung des Geländes weiterhin nachhaltig zu unterstützen. Der Investitionskostenzuschuss in Höhe von 100 000 Euro zu erforderlichen Geländeprofilierungen soll in den Kreishaushalt 2007 eingestellt werden. (tar)

Quelle: Rheinzeitung vom 07.10.2006


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