Haribo: Grafschaft und Rheinbach weiter Favoriten

Köln bringt sich als möglicher neuer Firmensitz ins Gerede - Bonner Süßwarenkonzern bleibt bei zwei Standortkandidaten

GRAFSCHAFT. Das Standortkarussell dreht sich mächtig - aber wer macht das Rennen um den Bonner Süßigkeiten-Riesen Haribo? Eines steht fest: Für den Konzern zählen die Gemeinde Grafschaft und der Standort Rheinbach nach wie vor zu den ersten Adressen - obwohl sich jetzt auch noch Köln als Standort der Zukunft ins Gerede gebracht hat.
  "Zu den Favoriten zählen für Haribo immer noch die Gemeinde Grafschaft und der Standort Rheinbach", erklärte Haribo-Sprecher Marco Alfter gestern im Gespräch mit der RZ. Nun fühlt sich aber auch ein dritter Kandidat im Wettlauf um die Goldbären berufen: Die Domstadt Köln hofft darauf, den Süßwarenproduzenten an sich zu binden. Norbert Walter-Borjans, Wirtschaftsdezernentin Köln, erklärte gestern gegenüber der RZ: "Ich führe zurzeit Gespräche mit Haribo über eine mögliche Ansiedlung. Köln ist bestimmt eine sehr gute Adresse und weltweit bekannt. Selbst wenn in der Grafschaft oder in Rheinbach produziert werden sollte, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass die Vermarktung oder die Marketingabteilung nach Köln kommt. Derzeit hält sich das Unternehmen aber bedeckt."
  Auf der anderen Seite hatte erst jüngst eine Aussage eines Haribo-Mitarbeiters, die in Richtung Grafschaft zielte, während der Internationalen Süßwarenmesse in Köln für Aufsehen und für ein hohes Medieninteresse am Grafschafter Innovationspark Rheinland gesorgt. Diverse Fernsehsender gaben sich zuletzt in der Grafschaft die Klinke in die Hand. Sie berichteten von den Standotvorteilen des Innovationsparks und von den Absichten des Bonner Unternehmens. Was die Vorteile der Grafschaft angeht, so wurden durch Bürgermeister Achim Juchem immer wieder die günstigen Grundstückskonditionen, die niedrigen Steuersätze, der direkte Autobahnanschluss und das Wohn- und Arbeitsumfeld in den Vordergrund gestellt.
  Haribo selbst will sich zu den Umzugsplänen und Standortfragen zunächst nicht mehr äußern: "Seit dem Tag, an dem bekannt gegeben wurde, dass wir einen neuen Standort suchen, werden wir jeden Tag mit Angeboten aus der gesamten Bundesrepublik bombardiert. Beschlossen ist: Wir sagen erst dann wieder etwas, wenn die Entscheidung gefallen ist", betonte Alfter.
  Zum Thema Umzug und Richtung ließ Alfter dann doch noch etwas mehr durchsickern: "Die Familie Riegel hat von Beginn an eines ganz klar geäußert: Wir ziehen nur soweit um, dass auch alle unsere Mitarbeiter mitgehen können. Auf deren Know­how wollen wir nicht verzichten."
  Ein weiteres Plus für den Standort Grafschaft könnte auch die Ankündigung des rheinland-pfälzischen Verkehrsministers Hendrik Hering zum weiteren Ausbau des Autobahnanschlusses in der Grafschaft sein. Nach dem Sommer sollen mit einem Bauvolumen von rund 2,2 Millionen Euro die beiden noch fehlenden Anschlüsse in Fahrtrichtung Koblenz (Autobahn 61) und in Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler (A 573) hergestellt werden.
  Seit geraumer Zeit ist der Süßigkeiten-Riese Haribo für seine Produktion von Goldbären, Lakritz-Schnecken und Co. auf der Suche nach einem neuen Standort. Das Firmengelände in Bonn ist für das Unternehmen mit rund 1350 Beschäftigten zu klein geworden, ein passendes Grundstück steht dort nicht zur Verfügung. (hb)

Quelle: Rheinzeitung vom 10.02.2007


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