Schwierige Personalsituation
Bürgermeister Achim Juchem macht sich ein persönliches Bid von der
Ganztagsbetreuung im Ringener Kndergarten "Unterm Regenbogen" -
Stundenzahlen der Erzieherinnen trotz des ausgebauten Angebots gekürzt
GRAFSCHAFT. Gespannt saßen vor kurzem die zwölf Kinder der seit Januar eingerichteten Ganztagsbetreuung des Kindergartens "Unterm Regenbogen" an ihren Mittagstischen. Denn Bürgermeister Achim Juchem hatte seinen Besuch angekündigt, um das bestehende Angebot selbst in Augenschein zu nehmen. Und nachdem sich alle die Hände gereicht und einen "Guten Appetit" gewünscht hatten, waren der köstlich duftende Sauerbraten, die Knödel und der Rotkohl schnell verputzt.
  Nach dem Essen ziehen die Kinder mit dem Bürgermeister im Schlepptau Richtung Sanitärräume, um zu zeigen, wie sie sich die Zähne putzen.

Trotz angespannter Personalsituation legen die Erzieherinnen Wert auf die gute Betreuung der Kinder - das gilt auch für das Mittagessen im Kndergarten.
Foto: Vollrath/Gausmann
In der Turnhalle sind derweil die Matratzen zum Mittagsschlaf vorbereitet. Am Nachmittag geht es dann aber voller Elan weiter. Denn nachdem die Kinder, die das Ganztagesangebot nicht in Anspruch nehmen, um 14 Uhr wieder im Kindergarten sind, spielen und toben alle miteinander.
  Kindergartenleiterin Edith Wolf legt dabei Wert auf die gute Betreuung aller Kinder. Allerdings sei diese mit dem derzeitigen Personal kaum zu realisieren. Egon Mohr, Büroleiter der Gemeinde, erläutert, dass bei einem Ganztagsbetreuungs-Angebot normalerweise das Personal um eine Halbtagskraft aufgestockt wird. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz habe allerdings in diesem Fall die Stellenanzahl wegen geringer Nachmittagsauslastung nicht erhöht. Das wiederum führt zur Überlastung, so dass manche bis dato zusätzlichen Angebote nicht mehr zu halten sind. Darunter fällt auch beispielsweise die Fahrt in den Körner Zoo.
  Dass die ADD bei dem breiten Betreuungsangebot in Ringen den drei Teilzeitkräften die Stunden sogar von 29 Stunden pro Woche auf 22,5 Stunden gekürzt hat, können die Erzieherinnen nicht nachvollziehen. Wie Egon Mohr betont, würde die Gemeinde dem Kindergarten gerne etwas mehr Personalstunden zugestehen, jedoch sei man an den vorgeschriebenen Stellenschlüssel gebunden. Nun haben sich bereits Eltern an die ADD gewandt. Eine Reaktion hat es aus Koblenz bisher jedoch noch nicht gegeben. (sm)
Quelle: Rheinzeitung vom 10.06.2005
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