Von Waldschäden weitgehend verschont
Grafschafter Ratsmitglieder waren mit dem Förster unterwegs -
Es gibt wieder Brennholz zu kaufen
  GRAFSCHAFT. Mitglieder des Grafschafter Gemeinderats sowie Vertreter der Verwaltung trafen sich zu einem Gang durch den Grafschafter Wald bei Bölingen. Der Revierteil Grafschaft ist zum überwiegenden Teil im Bereich des Ortsteils Bölingen zu finden; die Fläche beträgt rund 150 Hektar und ist je etwa zur Hälfte mit Laub- bzw. Nadelholz bedeckt. In der Grafschaft gibt es einen knapp acht Hektar großen Eichen- und Buchenbestand, der zu den ältesten und zugleich qualitätvollsten des Reviers gehört.
  Der Gemeindewald erfüllt vielfältige Aufgaben: in der Nutzung, der Erholung sowie zum Ausgleich von Eingriffen bei der Entwicklung der Gemeinde. In den vergangenen Jahren wurden namhafte Flächen mit alten Obstsorten bepflanzt und Vogelschutzgehölze begründet. Die Förster Stefan Braun, Hansjörg Pohlmeyer und Guido Ebach erstatteten Bericht über den Zustand des Waldes. Dabei hörten die Wanderer zu ihrer Freude, dass die Waldschäden in der Region nicht so gravierend ausfallen wie im Rest der Republik. Aufgrund der strikten Einhaltung ökologischer Grundsätze bei der Waldbewirtschaftung - von Waldbau, Holzeinschlag, Verarbeitung und Transport bis zum Verkauf - ist der Grafschafter Gemeindewald mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet. Käufer von Holz haben so den Nachweis über umwelt- und sozialverträglich gewonnenes Holz. Da der größte Bereich des GemeindewaIds in Bölingen liegt, fällt hier das meiste Brennholz an. Aber auch in anderen Ortsgemeinden kann Brennholz (sowie Schwedenfeuer) über die Telefonnummer 02641/90 0154 erworben werden. Förster Ebach ist unter dieser Rufnummer jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr erreichbar.
  Die Waldfachleute führten die Mitglieder des Umwelt-, Agrar- und Forstausschusses durch den Wald und informierten sie über die Gatter, mit denen das Forstamt Neuwied junge Bäume vor Wildverbiss schützt. Auch lernten die Teilnehmer verschiedene Entwicklungspunkte des Waldes kennen. So begutachteten sie ein Gebiet, das vor kurzem wegen Borkenkäfer-Befalls gerodet und mit Laubhölzern wie Eichen, Buchen und Edelhölzern wieder aufgeforstet wurde. Vor einigen Jahren waren dort Eichen gepflanzt worden, wo etliche Fichten umgefallen waren. Bei der Bölinger Hütte gab es 100 Jahre alte Eichen zu bewundern.
  Nach der Waldbegehung stand in der Mehrzweckhalle Bengen eine Sitzung des Ausschusses auf dem Programm. Hier verpflichtete Bürgermeister Hubert Kolvenbach noch die Ausschussmitglieder, die nicht im Gemeinderat sind: Otto Rönn, Peter Höfer und Albert Kreuzberg. (sm)
Quelle: Rhein Zeitung vom 11.11.2004
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