"Haus des Dorfes" auf den Weg gebracht

Grafschafter Rat stellte erste Weichen - Stadion: Pappeln werden gefällt

Grob geschätzt 400 000 Euro soll das "Haus des Dorfes" in Leimersdorf kosten. Der Grafschafter Gemeinderat hat nun einstimmig für den Entwurf eines Architekten votiert. Ob das Projekt verwirklicht wird, entscheidet er aber später.
 
GRAFSCHAFT. Der Grafschafter Gemeinderat hat sich am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt "Haus des Dorfes" in Leimersdorf voranzutreiben. Damit hat der Rat die grundsätzliche Frage geklärt, ob das Gebäude in Leimersdorf nach den Plänen des Architekturbüros Dünker weiterverfolgt werden soll oder nicht.
  Die endgültige Entscheidung über das "Haus des Dor­fes" fällt der Rat aber voraussichtlich erst im Zuge der Haushaltsberatungen für 2007. Bis dahin soll die Verwaltung eine Finanzierungsübersicht aufstellen. Der Architekten-Entwurf, dem der Leimersdorfer Ortsbeirat schon Ende September zugestimmt hatte, sieht vor, im Obergeschoss des ehemaligen Lehrerwohnhauses unter anderem einen Jugendraum einzurichten.
  Für die Renovierung des Raums hatte der Rat bereits 15 000 Euro bereitgestellt. Das Erdgeschoss umfasst neben einer Küche und Toiletten zwei weitere Räume, die beispielsweise als Garderobe oder Umkleide Verwendung finden können. Über ein Foyer soll das Lehrerwohnhaus, das neben der Grundschule steht, mit einem neu zu bauenden Mehrzweckraum verbunden werden, der auch von Schulen als Turnhalle oder als Aula genutzt werden könnte. Dadurch hätte man die Möglichkeit, erhebliche Transportkosten einzusparen. Derzeit müssen die Leimersdorfer Grundschüler für den Sportunterricht nach Lantershofen fahren.
  Einig waren sich die Ratsmitglieder, das Projekt nur anzugehen, wenn Fördergelder fließen. Da die Antragsfrist für Dorferneuerungsmittel im Jahr 2007 bereits verstrichen ist, soll der Antrag nächsten Sommer gestellt werden. Ein Baubeginn wäre deshalb erst 2008 möglich. Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend ebenfalls beschlossen, 20 000 Euro im Haushalt 2007 bereitzustellen. Dafür soll das Architekturbüro Planunterlagen erarbeiten, die nötig sind, um den Förderantrag zu stellen.
  Die Bruttobaukosten schätzt Bürgermeister Achim Juchem auf 400 000 Euro. Etwa 40 Prozent der Summe könnten aus den Töpfen der Dorferneuerungsmittel gedeckt werden, ferner sind Eigenleistungen mit einzurechnen. Nach vorsichtigen Schätzungen hätte die Gemeinde unter dem Strich also noch rund 200 000 Euro zu zahlen.
  "Das Ringener Pappelstadion ist der Sanierungsfall des nächsten Jahres", sagte Revierförster Guido Ebach bei der Vorstellung des Forstwirtschaftsplans 2007. Ein Grund für das erwartete Defizit von knapp 5500 Euro ist laut Ebach, dass die Pappeln am Stadion gefällt werden müssen - das kostet 2200 Euro. In der Vergangenheit waren bereits einige der hochgewachsenen Bäume umgestürzt.
  "Ich bin erschrocken darüber, wie verfault diese Pappeln im Innern sind", sagte der Förster und resümierte: "Deshalb halte ich es aus Sicherheitsgründen nicht für verantwortbar, sie stehen zu lassen." Das Pappelholz soll verkauft werden. Ebach hofft, dass das Defizit angesichts der steigenden Holzpreise etwas geringer ausfallen wird als veranschlagt.
  Einstimmig votierte der Rat nicht nur für den Forstwirtschaftsplan, sondern auch für eine Änderung der Friedhofssatzung. Demnach sind nun auch Beerdigungen ohne Gebührenaufschlag freitagsnachmittags möglich. Bisher war an diesem Tag ab 13.30 Uhr ein Aufschlag von 50 Prozent fällig. Ohne Gegenstimmen winkte das Gremium den Beschlussvorschlag durch, für die Erschließungsanlage "Bentger Feld" in Nierendorf Vorauszahlungen auf den endgültigen Erschließungsbeitrag zu erheben. (tf)

Quelle: Rheinzeitung vom 11.11.2006


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