Ringen bekommt neues Pfarrheim

Architekturbüro aus Ingelheim bekam den Zuschlag für das 450 000-Euro-Projekt
Baubeginn im Spätsommer 2008 geplant

Über ein neues Pfarrhelm In Ringen wird bereits seit mehr als 17 Jahren nachgedacht, diskutiert und geplant. Was lange währt, wird nun endlich gut: Im Spätsommer 2008 soll mit den Arbeiten am Neubau In der Pfarrgemeinde St. Dionyslus Ringen begonnen werden.

RINGEN. Ringen soll endlich ein neues katholisches Pfarrheim bekommen. Die Kosten für das barrierefreie Projekt, das einmal gut 350 Quadratmeter Fläche umfassen soll, werden mit 450 000 Euro beziffert. Das Bischöfliche Generalvikariat Trier will sich mit 60 Prozent an den Baukosten beteiligen.
  Gestern Morgen zeichneten die Fachpreisrichter und Architekten um Professor Guido Jax, Thomas von der Stein, Klaus Becker und Pfarrer Robert Görres den Sieger im Realisierungswettbewerb Neubau Pfarrheim aus: Von insgesamt sechs eingereichten Vorschlägen bestach die Arbeit des Ingelheimer Büros Marcus Hille. "Das Gebäude nimmt sich durch die Eingeschossigkeit und die Lage auf der Grundstücksecke zurück und lässt damit das Kirchengebäude weiterhin als dominantes Bauwerk wirken. Der dem Pfarrsaal vorgelagerte Festplatz öffnet sich zusammen mit der Freitreppe zum Kirchengebäude hin als Geste der Zusammengehörigkeit, und die einzelnen Räume sind im Inneren gut angeordnet und von hoher Qualität" , führte Jax aus.
  Die Leitidee der Planung war die Bildung eines räumlichen Zentrums für die Pfarrgemeinde mit Außenräumen zwischen Kirche und Pfarrhaus.


Das Modell des Architekten Marcus HilIe (links) erhielt den Zuschlag. Mit ihm freuten sich Pastor Robert Görres, Thomas von der Stein (Bistum Trier) und Alice Rademacher vom Pfarrgemeinderat.
Die große architektonische Herausforderung lag unter anderem auch darin, auf dem Eckgrundstück die Platzierung, die Aufenthaltsqualität und die topografische und funktionale Verbindung Pfarrhaus und Kirche abzubilden, anzupassen und die große, gut neun Meter hohe Brandmauer im rückwärtigen Bereich stil- und sinnvoll mit einzubinden.
  "Bereits zwei meiner Vorgänger haben sich mit einem Neubau des Pfarrheims ausgiebig beschäftigt. In der Preisgerichtssitzung, die gut sechs Stunden dauerte, waren wir uns dann doch schnell und eindeutig einig, welcher Vorschlag auf den ersten Platz gesetzt wird. Bei dem Modell handelt es sich jedoch um einen Grundentwurf" , betonte Pfarrer Görres. Details für das neue Pfarrhaus und die konkreten Ausformungen müssten noch besprochen werden.
  Das bauliche Konzept beschrieb Marcus Hille: "Die gewählte, ansteigende Gebäudeform formuliert eine eindeutige Zugangssituation über die Heppinger Straße. Dem Vorhof zugeordnet liegt der Jugendbereich, der einen Zugang und Freibereich erhält. Mit dem Anschluss des Gebäudes an die südliche Grundstücksgrenze wird die Ansicht der zurzeit dominanten Brandwand zurückgenommen." Dadurch, so Hille weiter, "entstehen differenzierte Freiräume, Festplatz mit Freitreppe zur Kirche und auf der Rückseite der geschützte Patio".
  Gelöst wurde die architektonische Aufgabe unter anderem durch Transparenz. Das neue Pfarrheim soll alle Nutzungen unter einem Dach beherbergen. Vom Vorplatz aus soll der Besucher den Eingang und das Foyer erreichen. Rund um das Foyer sind der Pfarrsaal, der große Gruppenraum, Garderobe, Stuhllager und Küche platziert. "Der Pfarrsaal orientiert sich geschützt durch die vorgelagerte Bastion zur Freitreppe in Richtung Kirche und zum introvertierten Hof der Westseite", erklärte Hille. Mit flexiblen Wandelementen sollen sich Pfarrsaal und Gruppenraum verbinden lassen. Beim Aufschieben der Fassade, so Hille weiter, "wird der Pfarrsaal zur überdachten Bühne".
  Direkt an die Halle angeschlossen liegen im nördlichen Flügel die WC-Anlagen und der abtrennbare Jugendbereich mit seinem vorgelagerten Hof.

An diesem Modell wird das Grundkonzept des neuen Ptarrgemeindehauses und seines Umfelds deutlich. Fotos: Vollrath (2)
Geplant ist, dass der Bereich separat zu erreichen sein soll. Der Vorplatz des Pfarrheims soll gepflastert werden, und dem Pfarrsaal ist der Freiplatz mit einer Freitreppe vorgelagert, der mit der Bastion als ruhiger und windgeschützter Außenbereich dienen soll. Errichtet werden soll das Pfarrheim in einer Massivbauweise. Die Dachebene wird den Plänen zufolge aus einer Holzkonstruktion bestehen.
  "Im Innenbereich kommen warme und freundliche Materialien zum Einsatz. Optisch angenehme Oberflächen aus Holz und ein dezenter Einsatz von Farbe strahlen Würde aus", betonte Marcus Hille in seinem Entwurf, der zudem vorschlägt: "Das sich nach Süden neigende Dach des Pfarrhauses bietet sich zum Einsatz von Fotovoltaik an". Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 11.12.2007


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