KG Wendböggele fackelt jeckes Feuerwerk ab

Karneval KG Ringen bringt Sporthalle zum Kochen

RINGEN. Eine rundum gelungene Bühnenshow, viel Musik, Esprit, viele Sketche und jede Menge Atmosphäre: Die KG Ringener Wendböggele fackelte auf der Bühne ein jeckes Feuerwerk der besonderen Art ab. Die Narrenschar in der Ringener Sporthalle war begeistert und in bester Stimmung.
  Kein Wunder: Albert Zabbei, Chef der Wendböggele, und Sitzungspräsident Bert Ahrend hatten ein buntes Programm zusammengestellt, das den Namen Prunksitzung mehr als verdiente. Schon die Eröffnung hatte mit einem echten Hingucker wieder einmal große Klasse. Zum wahren Triumphzug wurde der Einmarsch der Regenten: Mehr als 300 Narren machten in der Hochburg ausgelassen Ramba­zamba, als das Prinzenpaar Alfred I. und Sigrid H. (Mücke) mit Gefolge die Arena erstürmte und den Jecken das Motto der Session mit auf den Weg gab: "Dat Hätz vun de Grafschaft dat ist Ringe, on mir stonn mittendrin."
  Pappnasen, Clowns und Piraten genossen mehr als fünf Stunden lang den bunten Abend voller Knalleffekte mit Funkengarden und einer redseligen Bütt. Umwerfend und zwerchfellbelastend: "Labbes on Drickes" im Zwiegespräch, Andy Marquard in der Bütt über das gar nicht trockene Thema "Führerscheinentzug ", der Showtanz der Magic Dancers und die "Jodesberger Junge". Die Stimmung kochte schnell und bestens.


Beste Stimmung, so soll`s sein: Die Narren der Ringener Wendböggele begeisterten die Sporthalle. Foto: Vollrath
  Der erste Szenenapplaus gehörte den Mini- und den mittleren Funken, die den bunten Trubel eröffneten. Ganz verrückt wurde es, als das Duo Plätteköp das Thema "Blinddate" erörterten und über die Anwendung des Kamasutra diskutierten. Die Stimmung stieg im Minutentakt: Umwerfend in Szene gesetzt, erzählten "Labbes on Drickes" über die Besonderheiten und das Verhältnis zwischen Mann und Frau.
  Zwischendurch wurde das Publikum immer wieder musikalisch animiert, während die beiden diverse Blechblasinstrumente bemühten und auf einem modifizierten Gehstock musizierten. Andy Marquard in der Bütt brachte das Parkett in Wallung. Getreu nach der legendären Trude Herr tönte er: "Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann." Fürs Publikum gab's kein Halten mehr. Im Saal wurde klassisch gerockt und mitgesungen.
  Derweil kochte die Stimmung, und die Jecken ließen sich nicht zweimal bitten, voll durchzustarten. Das Podium stand parat, als "der Eene on der Anne" im Zwiegespräch Lebensweisheiten erzählten, Trinksprüche zelebrierten und Prahlerwitze zum Besten gaben. Der Eene sagte: "Gib mir Eisen und Stahl, und ich bau dir einen Flugzeugträger." Annes Antwort: "Gib mir deine Frau, und ich mache dir die Mannschaft dazu." Es passte zur Szene, als der Anne seine zu große Baumwollhose als Lachnummer und Themengeber einsetzte: "Kann Baumwolle rosten?" - "Nein!" ­ "Dann habe ich wohl in die Bux gesch..." Szenenapplaus verdienten sich ebenso die Formationen Friends und das Tanzcorps Original Kölsche Domputzer. Einfach genial, was die 25 Tänzer und Showtanzmädchen als Fonnation mit Luftakrobatik auf die Bühne zauberten. Für musikalische Knaller sorgten zwischendurch natürlich auch die Burgstünner. Zuvor hatte das Männerballett Ringener Perlen mit strammen Waden und mit fetzigen Einlagen das Stimmungsbarometer unter dem festlich dekorierten Hallendach hochgetrieben. Der Rhythmus war längst vorgegeben, und die Kripper Magic Dancers legten noch eine Schaufel drauf. Mit der "Superjeile Zig" in Ringen war damit aber noch lange nicht Schluss: Nach dem Showtanz der Garde druckten die Jodesberger Junge zum großen Finale musikalisch auf die Tube. Das Parkett geriet wieder in Schwingung, und weit nach Mitternacht ging's mit "kölschen Tön" in die nächste fröhliche Runde. Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 30.01.2012


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