Neue Radwege für die Grafschaft

Zwischen Ringen und Lantershofen sollen die Arbeiten im nächsten Jahr beginnen -
Weiterführung lässt auf sich warten

Das Radwegenetz in der Grafschaft wird im kommenden Jahr weiter ausgebaut. Doch nicht überall herrscht darüber pure Freude. Die Abfolge der einzelnen Bauabschnitte stößt auf Unverständnis.

  GRAFSCHAFT. Beschwerlich waren die Fahrten mit dem Fahrrad über die Landesstraße 83 in die Grafschaft schon immer. Leichter wird's ab 2006 nicht, dafür aber wohl nicht mehr so gefährlich ­ zumindest auf dem Teilstück zwischen Ringen und Lantershofen. Denn der seit 1998 geplante Radweg entlang der Hemmessener Straße, der L 83, nimmt nun konkrete Formen an.
  "Wir wollen, in der zweiten JahreshäIfte 2006 mit der Baumaßnahrne beginnen" , bestätigte Abteilungsleiter Hans Vogel vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr in Cochem. Erfolgte bereits im November 2001 das Planteststellungsverfahren, so wurde zwölf Monate später der endgültige Beschluss gefasst, den Radweg zu bauen. Der Weiterbau von Lantershofen aus hinunter zum Kreisverkehr "An den Ulmen", wird jedoch vorerst nicht in Angriff genommen. "Mit dieser Baumaßnahme stehen wir erst ganz am Anfang. Wir werden einen Auftrag erteilen, das Teilstück entlang der Landesstraße bis nach Bad Neuenahr zu planen", erklärte Hans Vogel.
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Gegenüber der Einmündung nach Karweiler / Bengen soll der Radweg auf die andere Straßenseite verlegt werden.
Foto: Horst Bach
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Mit Unverständnis und stocksauer reagierte der Lantershofener Ortsvorsteher Leo Mattuscheck auf diese Ankündigung: "Ich finde es unmöglich, dass dieses Teilstück bis zum Kreisel erst später realisiert werden soll. Die Planung ist ja abenteuerlich. Die meisten Kinder aus Lantershofen nutzen auf dem Weg zur Schule die überaus stark befahrene Landesstraße. Kein Mensch nimmt den Weg durchs Dorf, um mit dem Fahrrad über den Berg nach Neuenahr zu kommen."
  Insgesamt ist für die Baumaßnahme ein Volumen von 480 000 Euro vorgesehen. "Diese Mittel, die das Land trägt, sind jedoch auf zwei Jahre verteilt", erklärte Abteilungsleiter Vogel. Von Lantershofen aus in Richtung Ringen wird der Radweg zunächst linksseitig der Landesstraße folgen. Hinter der Tongrube soll gleichzeitig eine so genannte Überquerungshilfe eingerichtet werden und der insgesamt rund 1300 Meter lange und gut drei Meter breite Fahrrad­ und Wirtschaftsweg auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln.
  Aus Sicherheitsgründen ist zusätzlich vorgesehen, die Straßenführung vor der Ortseinfahrt Ringen zu ändern. Zudem soll die Bushaltestelle im Ort verlegt werden. Diese zusätzliche Maßnahme soll bewirken, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit an die Gegebenheiten anpassen", führte Vogel aus.
  Aus ökologischen Gründen soll der gepflasterte Weg in der Mitte "durch einen 50 Zentimeter breiten Streifen geteilt werden, um Kriech- und Krabbeltieren die Möglichkeit zu bieten, Deckung zu nehmen" , beschrieb Friedhelm Moog, Leiter der Bauabteilung in der Gemeinde Grafschaft, die Maßnahme. Bautechnisch sei die Teilung des Weges jedoch nicht ganz unproblematisch, Schäden durch landwirtschaftliche Fahrzeuge seien möglich. "Es ist auch nicht auszuschließen, dass im Begegnungsverkehr von Radfahrern - die gepflasterte Breite beträgt dann nur 1,2 Meter ­ Platzprobleme auftreten."
Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 13.08.2005


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