Firma Biosol baut aus und auf Lehm

14. Unternehmensansiedlung im Grafschafter Innovationspark - Standort soll regionale Vorreiterrolle in der Branche stärken

Der Innovationspark Rheinland füllt sich nach und nach. Mit der Firma Biosol siedelt sich ein Unternehmen an, das Bürgermeister Achim Juchem für wahrhaft Innovativ hält.
Grafschaft. Die Firma Biosol ist das 14. Unternehmen, das sich im Innovationspark Rheinland niederlässt. Der bisher in Bad Neuenahr ansässige Betrieb investierte rund 860 000 Euro am neuen Standort. Bei einer Baubesichtigung mit Bürgermeister Achim Juchem präsentierten die Firmengründer und -inhaber Michael Heinen und Sebastian Wahl die Gewerbehalle, in der ab Oktober gearbeitet und verkauft werden soll.


Innovation auch an der Außenfassade des neuen Firmensitzes: Der Australier Peter Daverington malt eine surrealistische Ansicht des Ahrtals. Foto: Vollrath  
  Das 1997 gegründete Unternehmen ist auf Solarwärme, Solarstrom, Naturfarben, Naturbaustoffe und Bodenbeläge spezialisiert. In den vergangenen vier Jahren stand das eigentliche Kerngeschäft, die Solartechnik, im Vordergrund. Biosol installierte Solarstromanlagen im Umkreis von Frankfurt bis Berlin. "Durch den Umzug in das neue, größere Firmengebäude haben wir die Möglichkeit, auch die anderen Produkte wieder mehr als bisher zur Geltung zu bringen", so der kaufmännische Leiter, Sebastian Wahl. Die vom Heimersheimer Architekten Udo Heimermann konzipierte Halle auf einer Grundfläche von 420 Quadratmetern besteht, von der Beton-Bodenplatte und den hochgradig isolierenden Fenstern abgesehen, ausschließlich aus Holz und neuartigen Lehmbauplatten für die Wandverkleidung - kurzum aus Materialien, die Biosol selbst in seinem Sortiment hat. Letztere sollen für ein optimales Raumklima sorgen.
  Die Lehmbauplatten kommen aus Thailand und sind luftgetrocknet: "Ein ökologischer Ersatz für Gipsplatten", erläuterte Heimermann. "In Kombination mit verschiedenen Lehmputzen könnten die Lehmbauplatten den ökologischen Innenausbau revolutionieren., hofft Wahl. Ein modemes Farbmixsystem wird zudem die Fertigung von 126 verschiedenen Lehmfarbtönen ermöglichen.
  Das Unternehmen verspricht sich vom neuen Standort und der großen Ausstellungsfläche eine Stärkung seiner regionale Vorreiterrolle in Sachen Solartechnik und gesundem Bauen. Der künftige Firmensitz selbst ist ein ökologischer Musterbau. Das gesamte Gebäude wurde binnen eines Vierteljahres in Holzrahmenbauweise errichtet und ausschließlich. mit ökologischer Holzfaser- und Zellulosedämmstoffen gedämmt. Es wird allein mit Holz und Solarwärme beheizt und unterschreitet die Anforderungen an den Niedrighausstandard deutlich. Auf seinem exakt nach Süden ausgerichteten Pultdach mit mehr als 700 Quadratmeter Dachfläche produziert eine SolaraIilage mehr Strom, als der Betrieb selbst verbraucht.
  "Das Unternehmen ist eindeutig innovativ", befand Juchem. Nun gebe es im Innovationspark ein Paradebeispiel, um auch anderen Ansiedlungswilligen ökologisches Bauen schmackhaft zu machen. (fbl)

Quelle: Rheinzeitung vom 14.08.2010


  Zurück