Grafschafter Gewerbeparks wachsen

Viele Unternehmen siedeln sich in Gelsdorf und im Innovationspark Rheinland, dem einstigen Sorgenkind, an - Insgesamt etwa 2000 Arbeitsplätze

Die WIrtschaftsförderung der Gemeindeverwaltung Grafschaft war In den vergangenen Monaten erfolgreich. Bürgermeister Achlm Juchem und sein Büroleiter Egon Mohr zogen nun Bilanz.

GRAFSCHAFT. "Erfreulich sind die nunmehr rund 2000 Arbeitsplätze im Gewerbepark Gelsdorf und im Innovationspark Rheinland in Ringen", berichtet der Bürgermeister der Gemeinde Graf­schaft, Achim Juchem. Insgesamt konnte die Wirtschaftsförderung unter Leitung von Egon Mohr rund 100 000 Quadratmeter Gewerbefläche an zwölf Unternehmen in beiden Parks veräußern. Mit diesen Ansiedlungen wurden zusätzliche 300 Arbeitsplätze geschaffen, aber auch bestehende gesichert.
  Zunehmend fragen auch Unternehmen außerhalb des Kreises Flächen nach. Hierzu trägt laut Mohr die häufige Präsenz auf regionalen Messen bei. Auch mit der Komplettierung der Anbindung des Innovationsparks Rheinland (IPR) an die A 61 und A 573 wird dem Gewerbepark ein weiterer Impuls gegeben, sind sich Juchem und Mohr sicher. Der IPR war zunächst nur mit vier von sechs möglichen Fahrtrichtungen an die Autobahnen angeschlossen worden. Zur optimalen Verkehrsanbindung werden zurzeit die noch fehlenden Verbindungen vom IPR zur A 61 in Richtung Koblenz und zur A 573 nach Bad Neuenahr-Ahrweiler hergestellt. Zurzeit lässt sich auch optisch die Entwicklung im IPR erkennen. Einst war der Gewerbepark das Sorgenkind, nun zeugen groß angelegte Neubauprojekte von einer rasanten Entwicklung.
  Direkt am Eingang des IPR, gegenüber vom "Haus der Architekten und Ingenieure" , entsteht der neue Gebäudekomplex der Ralffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG. Noch in diesem Jahr wird dort der Hauptsitz eingerichtet. Direkt in der Verlängerung errichtet das Bauunternehmen Barth aus der Grafschaft ein Büro- und Ärztehaus, um möglichst flexibel auf bereits bestehende Mietanfragen reagieren zu können. Für diese Projekte stehen rund 6700 Quadratmeter zur Verfügung. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite baut die Firma HW Ingenieur Consult Gesellschaft für Baubetreuung mbH. Geschäftsführer Roland Wilke verlagert sein Unternehmen von Meckenheim hierher. Auf mehr als 1300 Quadratmetern entsteht ein groß angelegtes Bürogebäude. Aus Oeverich siedelt die Firma Debus Kunststoffspritzguss im IPR an. Debus ist in der Herstellung von Spritzgussteilen für die medizinisch-technische Industrie tätig. Neben dem bereits ansässigen Unternehmen Wittig Umweltchemie errichtet Walter Kentenich von der Firma Door­tec, die ihren Standort von Troisdorf in die Grafschaft verlegt, ein Bürogebäude mit Lager auf einer Gesamtfläche von circa 3500 Quadratmetern. Doortec befasst sich mit der Automation für Tore und Türen und ist weltweit tätig.
  Ebenfalls in der Carl-Bosch­Straße hat die Firma TopTech Wirtz aus Wachtberg-Berkum eine Gewerbefläche von gut 4000 Quadratmetern erworben. Hier möchte Geschäftsführer Dr. Rainer Wirtz sein neues Firmengelände einrichten. Wirtz befasst sich mit der Prozessoptirnierung in Lackierereien und entwickelt die für die Fertigung benötigten Produkte. Mit den Bauarbeiten wird ebenfalls in Kürze begonnen und sie sollen noch in diesemJ ahr beendet werden.
  Auf einer Fläche von mehr als 22 000 Quadratmetern finden derzeit die Erdarbeiten für die Firma Frutania aus Köln statt. Dieses Unternehmen wird ebenfalls demnächst mit den Bauarbeiten zur Errichtung eines Dienstleistungs­ und Frischezentrums beginnen. Frutania versteht sich als Bindeglied zwischen der Produktion von Obst und Gemüse und dem Lebensmitteleinzelhandel. Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde verlor aber die weitere Vermarktung der wenigen Restflächen im Gewerbepark Gelsdorf nicht aus den Augen.
  Verschiedene Unternehmen, die sich auf einer Gesamtfläche von mehr als 47 500 Quadratmetern ansiedeln, konnten für diesen Standort gewonnen werden. Die Fläche direkt neben dem neuen Steuerberatungsbüro Nelles wird von einem Unternehmen aus Meckenheim besiedelt, das seinen Standort nach Gelsdorf verlegt.
  Aus Lind-Plittersdorf in der Eifel kommt die Unternehmensgruppe Lanzerath Bauunternehmung, die auf der Robert-Koch-Straße erst kürzlich ihre Tore geöffnet. hat. Hier vereinen sich mehrere Firmen aus dem Bereich des Baugewerbes unter einem Dach. Ausreichend Mietfläche ist zusätzlich vorhanden.
  Neben Lanzerath hat die Firma MK Technologie GmbH bereits vor Jahren ihren neuen Standort gefunden. Geschäftsführer Michael Kügelgen musste sein Unternehmen vergrößern und hat sich erneut für Gelsdorf entschieden. Eine weitere Baustelle befindet sich ebenfalls in der Robert­Koch-Straße. Hier baut zurzeit die Firma Form und Raum, Gesellschaft für Messebau- und Kommunikationskonzepte mbH. Bisher nur in angemieteten Räumen untergebracht, hat sich Geschäftsführer Peter Mauelshagen für eine endgültige Lösung im Gewerbepark Gelsdorf entschlossen.
  Das größte Projekt der vergangenen Monate ist aber sicherlich das Vorhaben der Ralffeisen Voreifel-Ahr HandelsgeseUschaft mbH. Auf mehr als 25 700 Quadratmetern entsteht ein neues Handel- und Dienstleistungszen­rum. Hier findet sich ein komplettes Sortiment für die Agrarnutzung. Vom Bürogebäude über einen Agrarmarkt mit Lager und Getreidehallen bis hin zu einer Tankstelle ist alles an einem Ort vereint. Eine Zweigstelle der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG wird ebenfalls angegliedert.

Quelle: Rheinzeitung vom 15.07.2008


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