DSL für die Grafschaft

Die Telekom plant, das Netz noch in diesem Jahr weiter auszubauen
Keine Komplettabdeckung

Flott ins Internet oder Dauersurfen zum Festpreis - viele Grafschafter kennen diese Möglichkeiten nur aus der Werbung. Der Grund: In ihrem Ortsanschlussbereich steht keine Digital Subscriber Line (DSL), die digitale Teilnehmeranschlussleitung, zur Verfügung. Die Deutsche Telekom plant jedoch, das DSL-Netz in der Grafschaft noch in diesem Jahr auszubauen. Allerdings: Eine Komplettabdeckungwird es vorerst aus wirtschaftlichen Gründen nicht geben.
  GRAFSCHAFT. Nicht jeder, der in der Gemeinde Grafschaft wohnt, kommt so flott ins Internet, wie er gerne möchte. Dabei liegt dies keinesfalls daran, dass der Stand der Technik nicht ausgereift genug wäre. "Grundsätzlich steht die örtliche Netzinfrastruktur für DSL in der Grafschaft zur Verfügung. Die Datenübertragung kann über die bereits vorhandenen Kupferleitungen erfolgen" , erklärt T­Com-Pressesprecher George­Stephen McKinney auf Nachfrage der RZ. Doch was bedeutet das konkret? "Eine DSL-Nutzung ist in der Gemeinde Grafschaft bereits teilweise jetzt schon möglich" , erklärt McKinney. Demnach steht die Technik in Bengen rund 90 Prozent, in Birresdorf 36 Prozent, in Karweiler 62 Prozent, in Lantershofen 67 Prozent, in Leimersdorf 74 Prozent, in Nierendorf 67 Prozent und in Holzweiler 83 Prozent der Nutzer zur Verfügung. "In Beller, Bölingen, Niederich, Oeverich, Esch und Vettelhoven können wir für unbestimmte Zeit kein T­DSL anbieten" , schränkt McKinney ein.

I m  D e t a i l
Was ist eigentlich DSL?

Die so genannte Digital Subscriber Une (DSL), die digitale Teilnehmeranschlussleitung, bezeichnet verschiedene Techniken, um über zwei bis vier Kupferadern des Telefonnetzes Daten mit einer hohen Übertragungsrate zu übermitteln. Der Unterschied zwischen DSL und herkömmlichen Datenverbindungen über den so genannten normalen Telefondienst, auch "Plain old telephone service" (POTS) genannt, sowie dem Integrated Services Digital Network (ISDN), dem Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz, besteht darin, dass die DSL-Verbindung nicht zwischen zwei Endpunkten, den Teilnehmern, sondern nur auf dem letzten Stück zwischen Teilnehmer und Vermittlungsstelle aufgebaut wird. Durch die hohe Übertragungskapazität kann die Teilnehmeranschlussleitung besser ausgenutzt werden als bei analoger oder ISDN-Datenübertragung. Worldwide Interoperability for Microwave Access (WiMAX) ist ein neuer Standard für regionale Funknetze, der derzeit in einer Vielzahl von Feldversuchen erprobt wird. WiMAX hat theoretisch eine Reichweite bis zu 50 Kilometern. Dabei ist es unerheblich, ob eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger besteht. (hb)

  Technik im Innovationspark
Der Innovationspark Rheinland soll helfen, die "Neuzeit" auch nach Ringen zu bringen. McKinney: "Wir haben im Juni 2004 mit der Gemeinde Grafschaft einen Vertrag zur Versorgung des Innovationsparks Rheinland geschlossen. Aus derzeitiger Sicht werden dort die ersten Anschlüsse im ersten Halbjahr 2006 ans Netz gehen können."
  Im Zuge der Versorgungsarbeiten für den Technologiepark, so McKinney weiter, "wird auch die vollständige Versorgung für Ringen, etwa ab dem zweiten Halbjahr 2006, ermöglicht".
  Ein weiterer Ausbau von DSL in der gesamten Gemeinde sei zurzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht geplant. Der zukünftigen Entwicklung in der Versorgung mit DSL-Anschlüssen sieht der Sprecher jedoch optimistisch entgegen: "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Reichweiten zu erhöhen. Dazu untersuchen wir die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Erhöhung der Versorgungsreichweite mit einer Art Verstärkerstationen. Ein weiteres Projekt ist die so genannte Pilotierung der neuen WiMAX­Funktechnologie. Diese Technologie könnte breitbandige Internetzugänge in. Regionen ermöglichen, in denen DSL bisher nicht oder nur schlecht verfügbar war."
  Zukünftige Versorgung
Je nach Fortgang der technischen Entwicklungen, glaubt McKinney, "könnte dann in der gesamten Grafschaft die Möglichkeit bestehen, zu einem späteren Zeitpunkt mit DSL versorgt werden zu können". Wann dies der Fall sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. Horst Bach
Alle DSL-Interessenten können sich an die kostenfreie Hotline 0800/3301000 oder einen T-Punkt wenden, um sich dort in die T-DSL Interessentendatenbank aufnehmen zu lassen. Wenn es Änderungen bei der Verfügbarkeit gibt, werden sie kontaktiert.

Quelle: Rheinzeitung vom 16.02.2006


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