Ahrwein reift in Eifeler Eiche

Winzergenossenschaft Mayschoss setzt auf "fruchtiges Holz" aus Region

KREIS AHRWEILER. Reinhard Schneider macht seine Arbeit da, wo sie anfällt: im Wald. Der Inhaber des Mobilsägewerks in Rodder (Kreis Ahrweiler) zerlegt im Ringener Gemeindewald 250 Jahre alte Eichenstämme in Daubenholz für Weinfässer. Darin will die Mayschosser Winzergenossenschaft in einer bislang einmaligen Initiative einen Teil ihres Spätburgunders ausbauen.


Holzeinschnitt mitten im Wald: Mit seinem mobilen Sägewerk zerlegt Reinhard Schneider aus Rodder die Baumstämme direkt da, wo sie wachsen. Im Ringener Ge­meindewald zum Beispiel produziert er Daubenholz zur Herstellung von Weinfässern. Foto: Vollrath
Bisher reift der Ahr-Spätburgunder in französischen oder kanadischen Barriquefässern - nun soll auch das heimische Holz den Geschmack der Eifel transportieren: Der Baum nimmt die typischen Eigenschaften eines Bodens ebenso auf wie die Trauben. "Das Holz von der Ahr riecht sehr fruchtig", berichtet die Mayschosser Kellermeisterin Astrid Rickert, die mit heimischem Holz für den Weinausbau experimentieren will.
  Nach dem Einschlag im Wald werden die Stämme entsplintet - also von der Rinde befreit - und auf die gewünschte Daubenlänge zugeschnitten. Dann kommen sie zum Küfer, in diesem Fall zu Andreas Hösch nach Hackenheim, der nach mehreren Jahren Lagerung daraus 1700-Liter-Lagerfässer für die Mayschosser Genossenschaftswinzer fertigt.
  Zum Fassbau eignet sich festes Holz mit engen Jahresringen. Die Beschaffenheit prüft Sägewerker Schneider gemeinsam mit dem Förster. Nach der Lagerzeit, in der die Witterung dem Holz Gerbstoffe (Tannine) entzieht, können die Dauben zu Weinfässern verarbeitet werden. Diese geben ihre Tannine dann an den Wein ab.
  Rheinland-Pfalz verfügt über 158000 Hektar Eichenbestand. Als Fassholz werden jährlich 5000 bis 10000 Festmeter genutzt. (nim)

Quelle: Rheinzeitung vom 16.08.2006


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