Umzug ins neue Rathaus gemeistert

Grafschafter Verwaltung zog aus Backsteingebäude in großen Anbau.
Eine Woche hat der Umzug gedauert, ab Montag steht die Verwaltung der Gemeinde Grafschaft den Bürgern im neuen Anbau zur Verfügung.

GRAFSCHAFT. Hier und da stehen einige zusammengefaltete Kartons in hellen Büros. Es riecht nach frischer Farbe. Nur die Wände, auf die warmes Sonnenlicht fällt, wirken noch etwas kahl. "Es fehlen Bilder. Aber die kommen bald", erklärt Bürgermeister Achim Juchem beim Rundgang durch die Räume des großen Rathausanbaus.


Bürgermeister Achim Juchem (links) und Architekt Manfred Dünker im neuen, hellen Sitzungssaal.
  In dieser Woche sind alle Mitarbeiter aus dem Backsteingebäude - dem bisherigen Hauptgebäude der Verwaltung in Ringen - in den versetzt nach hinten errichteten Neubau gezogen. Ohne Hilfe von Unternehmen. "Jeder hat selbst die Kartons gepackt und an seinem neuen Arbeitsplatz wieder ausgeräumt. Das klappte reibungslos", berichtet der Bürgermeister.
  Auch Architekt Manfred Dünker, der gemeinsam mit Achim Juchem den Anbau begutachtet, ist sichtlich zufrieden. Statt des in manchen Bereichen ursprünglich geplanten Teppichs wurden insgesamt 890 Quadratmeter Industrieparkett und 150 Quadratmeter Naturstein verlegt. "Wir konnten damit 8000 Euro sparen. Und auch auf Dauer ist diese Lösung günstiger, da man alle Böden wischen kann" , so Juchem.

Vom Parkplatz auskann man am besten sehen, wie groß der Anbau - hinter dem alten Rathausgebäude - tatsächlich ist.
  Überhaupt merkt man sofort, dass sich die Gestalter viele Gedanken gemacht haben - wobei dies gar nicht so einfach war. "Die Straßenfront vom alten Rathaus bis zur Kirche gilt als Denkmalschutzzone. Deshalb durfte der Neubau keinesfalls dominant wirken", erklärt der Architekt. Außerdem musste auf die Höhe strengstens geachtet werden, ebenso wie auf die Außenfarbe. "Den Terrakotta-Ton haben wir mit Denkmalschutz abgestimmt. So passen Neu und Alt auch äußerlich optisch zusammen."
  Bereits beim Eintreten fällt im Gegensatz zum ehemaligen Hauptgebäude, das nach der Sanierung von Mitarbeitern des Fachbereichs für Bürgerdienste und dem Eigenbetrieb Abwasser genutzt wird, auf, wie hell und komfortabel alles ist. Große Fenster und Möbel mit weißen oder Ahorn-Fronten lassen alle Räume luftig und wohnlich wirken. Im Eingangsbereich wurde außerdem ein neues Bürgerbüro eingerichtet, in dem den Grafschaftern bei ihren Anliegen geholfen wird. Auch ein Trauzimmer gibt es wieder.

Angelika Albrecht (links) und Susanne Bravo packen vor dem neuen Bürgerbüro Umzugskartons aus.
  Was ebenfalls positiv ins Auge sticht: Jetzt ist alles behindertengerecht. Ein Fahrstuhl fährt Besucher in den Neu- und Altbau, und es gibt ein großes Behinderten-WC. Insgesamt wurde auf Barrierefreiheit und Praktikabilität geachtet. So hat man beispielsweise Tische mit Rollen angeschafft, die höhenverstellbar sind. "Die können als Stehtische für Empfänge genutzt werden oder ganz traditionell in der tiefen Position mit Stühlen" , so Juchem.
  Absolutes Schmuckstück ist allerdings der neue Sitzungssaal im Erdgeschoss. Auf den komfortablen Stühlen können die Ratsmitglieder in Zukunft - auch bei längeren Diskussionen - jede Menge Sitzfleisch beweisen. Evelyn Stolberg - Fotos: Vollrath


I m  D e t a i l
Neu- und Altbau in Zahlen
Der Rathausneubau verfügt über eine Hauptnutzfläche von 920 Quadratmetern; der Altbau - nach der Sanierung, die Montag beginnt - über rund 280. Im Erdgeschoss des An­baus gibt es zwei Büros, im ersten Stock acht und im zwei­ten elf. Insgesamt wurden im neuen Teil 7050 Kubikmeter Raum in 17 Monaten geschaffen. 27 Firmen waren damit beschäftigt, von denen drei aus dem Kreis Ahrweiler stam­men. Aus der Grafschaft war - bis aufs Architekturbüro ­kein Unternehmen beteiligt. 25 neue Parkplätze werden bald zusätzlich hinterm Gebäude angelegt. Der Kostenrah­men liegt bei 3,668 Millionen Euro für den Neubau samt Möbeln, die Außenanlagen und die Sanierung des Altbaus.

Quelle: Rheinzeitung vom 16.09.2006


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