Drei Neuansiedlungen im Grafschafter Innovationspark

Elektrobetrieb, Antiquariat und Chemie-Unternehmen planen Umsiedlung

GRAFSCHAFT. Vor knapp einem Jahr hat die Gemeinde Grafschaft die regionale Vermarktung des Innovationsparks Rheinland (IPR) übernommen. Mit Erfolg. Bald bezieht der erste Investor Hartmut-Veit Büchner sein Gebäude an der Joseph-von­Fraunhofer-Straße in Ringen. Sein "Haus der Architekten und Ingenieure" wird nicht lange allein dort stehen. In der Nachbarschaft siedelt sich Dachdeckermeister Klaus Weidlich an, beide Investoren werden in ihren Gebäuden auch Büros vermieten.
  Drei weitere Grundstücksverkäufe an der Carl-Bosch­Straße sind inzwischen unter Dach und Fach. Seit 1966 gibt es die Firma Elektro Witsch an der Havinganstraße in Heppingen. Nun will Geschäftsführer Werner Gies den Betrieb räumlich stark erweitern. Auf einem rund 2500 Quadratmeter großen Grundstück im Innovationspark Rheinland sollen Firmengebäude und Lagerhalle sowie ausreichender Parkraum entstehen; zudem wäre noch genügend Fläche in Reserve für eine erneute Erweiterung. Der Elektrobetrieb beschäftigt zurzeit 16 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende.
  Sein Ladengeschäft in Bonn-Bad Godesberg aufgeben will das Antiquariat Hagena & Schulte, das im Innovationspark in einen Neubau investiert 1995 gründeten Michael Hagena und Andree Schulte das Antiquariat, das vor allem geisteswissenschaftlich ausgerichtet ist. Schon jetzt werden 95 Prozent des Handels übers Internet abgewickelt Das Buchlager umfasst derzeit knapp 600 000 Titel - Tendenz steigend.
 Des Weiteren beabsichtigt ein Unternehmen aus dem Bereich Umweltchemie ebenfalls, in den Innovationspark Rheinland umzusiedeln.
  Für Bürgermeister Achim Juchem und Büroleiter Egon Mohr sind diese Erfolge jetzt noch mehr Ansporn, sich um weitere Ansiedlungen zu bemühen. Im IPR stehen im jetzigen ersten Bauabschnitt insgesamt 26 Hektar Fläche zur Verfügung. Und jeder verkaufte Quadratmeter senkt die Schuldenlast der Gemeinde, die rund sieben Millionen Euro in die Erschließung des Gebietes investiert hat. Zudem schaffen Unternehmen Arbeitsplätze und bringen höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Die Verwaltungsspitze rechnet mit vermehrten Anfragen im Rathaus, wenn der IPR auch von der Autobahn aus deutlich sichtbar Gestalt annimmt.
  Schon mit dem Gewerbepark Gelsdorf hat die Gemeinde den Grundstein für ihre wirtschaftliche Entwicklung gelegt. 1977 begannen die Planungen für den Gewerbepark, in dem seither mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die fast 80 Betriebe bieten einen guten Branchenmix, den die Gemeinde auch für den Innovationspark anstrebt. Dieser ist grundsätzlich für alle Unternehmen aus Handel, Handwerk, Dienstleistung und Industrie zugänglich.
  Wichtigste Faktoren, die weitere Investoren in die Grafschaft locken sollen, sind die günstigen Grundstückspreise und ein im Vergleich zu den Nachbarkommunen geringer Gewerbesteuerhebesatz.

Quelle: Rheinzeitung vom 20.06.2006


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