Siedelt Outlet Center in Ringen an ?

Pläne für ein "Eifel-Ahr-Portal" an Öffwentlichkeit gedrungen: 50 Milionen Euro Investitionen und bis zu 400 Arbeitsplätze

Haribo hat sich zwar nicht in der Grafschaft angesagt. Aber eng könnte es im Innovationspark Ringen trotzdem batd werden.

GRAFSCHAFT / KREISSTADT. Kommt ein sogenanntes Factory Outlet Center (FOC) in den Kreis Ahrweiler? Nun sind Pläne publik geworden, im Innovationspark Ringen ein "Eilel-Ahr-Portal" für 50 Millionen Euro zu bauen, in dem unter anderem Hersteller hochwertiger Bekleidungsartikel ihre Produkte verbilligt anbieten sollen. Als Investor wird ein Kölner Geschäftsmann genannt. In der Kreisstadt formiert sich bereits Widerstand gegen das Projekt.
  In einem Planungsexpose werden die Eckdaten des Portals vorgestellt: In drei Bauabschnitten soll demnach ein "Forum" geschaffen werden, das die touristischen Vorzüge des Ahrkreises präsentiert, regionale Produkte in einer Markthalle und auf einem Marktplatz sowie Markenartikel in einer Ladenstraße anbietet. In dem Expose wird die Verkaufsfläche mit 26000 Quadratmetern angegeben (weitere Einzelheiten nachstehend unter "Im Detail").
 
I m  D e t a i l

Daten, Fakten

Gesamte Verkaufsfläche 26 000 Quadratmeter, davon 69 Prozent Bekleidung; Sport 11 Prozent, Schuhe 6, Gastronomie 4, Lederwaren/Taschen 3, Uhren/Schmuck 3. Drei Bauabschnitte: I. mit 13 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 1300 Pkw-Stellplätzen; 30 Millionen Euro Kosten. II. mit 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 300 Parkplätzen; Kosten: 7 Millionen Euro. III. mit 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 840 Pkw-Stellplätzen; 13 Millionen Euro Kosten. Zielgruppe: Touristen, die in Region übernachten wollen, Erholungssuchende aus Köln-Bonn/ Ruhrgebiet/Benelux.


  Ideengeber und Organisator des Projektes ist Rolf Deissler aus Bad Neuenahr, der im Gespräch mit der Rhein-Zeitung berichtete, bereits seit zwei Jahren mit finanzkräftigen Investoren verhandelt zu haben. In zahlreichen vertraulichen Sitzungen hat sich ihm zufolge bisher auch der Grafschafter Gemeinderat mit dem Projekt beschäftigt und grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Deissler geht davon aus, dass etwa 300 bis 400 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze neu entstehen. Von Anfang an sei geplant gewesen, die Einzelhändler und vor allem die Kreisstadt mit ins Boot zu holen. Bisher basiere die Planung lediglich auf mündlichen Absprachen. Es seien weder Genehmigungsanträge gestellt noch Subventionen beantragt worden. Die Kosten würden allein vom Investor getragen.


Im Expose sieht das "Eifel-Ahr-Portal" im Innovationspark Ringen so aus: Der Pfeil links verweist auf die annähernd 2500 Parkplätze, die Zufahrt (ganz rechts unten) erfotgt über A 61, A 573 oder L 79. Herzstück und größtes Gebäude des Portals ist die von Ladenstraßen umschlossene zweigeschossige Markthalle für den Verkauf einheimischer Produkte. Ganz unten, in der Mitte der Grafik, ist das Informations- und Gastronomiezentrum zu erkennen.
  Der Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, Achim Juchem, bestätigte gestern die Planungen, machte aber deutlich, dass das Expose nur erste Vorstellungen wiedergibt und noch nicht ausgemacht sei, das Portal in Ringen anzusiedeln. Das Projekt könne nur im Einvernehmen mit der Stadt Bad Neuenahr­Ahrweiler verwirklicht werden. Doch bis es so weit sei ­ wenn es überhaupt so weit kommt - gingen noch viele Jahre ins Land. "Erst wenn die Rahmenbedingungen klar und belastbar sind, können wir weiter sehen", sagte er und fuhr fort: "Ein klassisches Outlet Center auf der grünen Wiese wollen wir nicht." Vielmehr soll der Verkauf heimischer Produkte (Wein, Gemüse, Wild, Holzfabrikate) im Vordergrund stehen und mit der geplanten Tourist-Informationsstelle die Region präsentiert werden. (tar/tfi)

Quelle: Rheinzeitung vom 20.09.2008


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