Kunst am Bau

Schüler freuen sich

RINGEN. Seit Tagen tobten die Schüler der Grundschule St. Nikolaus in Ringen um einen riesigen Tuffstein mitten auf dem Schulhof. Zu gerne hätten sie gewusst, was es damit auf sich hat und was man damit alles anstelln kann. Doch zunächst war das Stein-Areal abgesperrt.
  Gestern nun erschienen Bürgermeister Achim Juchem, Friedhelm Moog vom Bauamt und der Nierendorfer Künstler Friedhelm Pankowski und erläuterten den neugierigen Kindern und Schulleiterin Brigitte Haselhoff die Aktion "Kunst am Bau".


Nicht lange bitten ließen sich gestern die Grundschüler in Ringen, das neue Kunstwerk in Besitz zu nehmen. Foto: Vollrath
  Die Gemeinde Grafschaft konnte nach dem Anbau an die Schule ein Kunstwerk für das öffentliche Gebäude in Auftrag geben und hatte sich für eine Idee von Friedhelm Pankowski entschieden. Der stellte schon an vielen Orten im Kreis Ahrweiler seine große Kreativität unter Beweis. Seine Objekte sind oft ­ vor allem für Kinder - interaktiv zu nutzen. So verhält es sich auch mit dem an der Ringener Grundschule.
  Einen fast quadratischen Tuffstein aus dem Raum Mayen versah Pankowski mit Höhlensitzen, die die menschlichen Sinne symbolisieren. Eingelassene Klangschalen und eine Bohrung quer durch den Stein vom Ohr zum Mund verlocken zu Tonexperimenten an dem etwa 10000 Euro teuren Kunstwerk. In der Ohrhöhle finden die Schüler eine Klanghandschale mit einer Erdteilkarte, die ihnen sagt, dass die Welt eine Haut hat, die gehegt und gepflegt werden soll.
  Die Augenhöhle weist darauf hin, dass man zu einer Schale werden kann, die offen ist zum Geben und Nehmen. Das Loblied auf die Sonne des heiligen Franziskus zeigt die Klangschale in der Mundhöhle. Der "Nasensitz" hilft dabei, den Tuffstein zu erklettern. Und damit die Kletterei nicht gefährlich wird, umrundet eine Sicherheitszone aus einem dicken Sandpaket und einer oberen Schicht aus Rindenmulch den Stein. Eingefasst wird das Ganze von einer nachgiebigen "Mauer" aus weichem, rotem Gummigranulat, auf der man herrlich sitzen oder balancieren kann.
  Nachdem Pastor Robert Görres das neue Kunstwerk eingesegnet hatte, konnte die Kinder nichts mehr davon abhalten, ihren künstlerisch hochwertigen und 10200 Kilogramm schweren Kletterfelsen in Besitz zu nehmen.
  "Da kann man ja prima draufklettern" , freuten sich Sarah und Christina. Katharina meint: "Nach dem Spielen auf dem Schulhof kann ich mich da oben ausruhen." Patrick hat andere Pläne: "In den Höhlen sitzen und Karten spielen wäre toll." (sm)

Quelle: Rheinzeitung vom 21.05.2008


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