Ländlichen Raum vor Ort entwickeln

Minister Hendrik Hering kam gestern Abend zur ersten
von fünf Regionalkonferenzen nach Ringen

GRAFSCHAFT. "Der ländliche Raum hat viele Potenziale und steckt voller Herausforderungen. Passgenaue Konzepte für die regionale Entwicklung können aber nicht aus Mainz kommen. Sie müssen in den Regionen entstehen", stellte Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz, im Rahmen der ersten Regionalkonferenz des Forums Ländlicher Raum in der Sporthalle der Grundschule Ringen gestern Abend fest.
   Vier weitere regionale Konferenzen sollen in den kommenden Monaten Anregungen und Ideen sammeln, um abschließend ein Strategiepapier zu entwickeln. Für die Eröffnungsveranstaltung habe man bewusst diesen Ort gewählt, da man in der Gegend um Ringen bereits vorbildliche Aktivitäten wie das Regionalmanagement Eifel-Abr angeschoben habe, so der Minister.


Wirtschaftsminister Hendrik Hering sprach gestern Abend bei der Regionalkonferenz in Ringen.
  Insgesamt 250 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren gekommen, um über die Probleme und Zukunftsmöglichkeiten im ländlichen Raum zu diskutieren. Die Probleme in den 2600 Dörfer des Landes ähneln sich über alle regionalen Grenzen hinweg: Infrastruktur konzentriert sich in den Ballungsräumen, Geschäfte und Dienstleister verschwinden aus den Orten, und zur Arbeit muss man bei steigenden Benzinpreisen weite Strecken zurücklegen. "Wir müssen aufpassen, dass uns die Menschen nicht weglaufen", stellte Prof. Hermann Schlagheck fest und führte weiter aus, dass man zur touristischen Vermarktung einer Region vor allem die dort lebenden Menschen begeistern müsse.
  Angelika Diagayete von der Fachschule für Altenpflege in Mayen erinnerte daran, dass es besonders für Frauen auf dem Land schwierig sei, Beruf und Familie zu verbinden. Sie schlug vor, die Betreuung von Kindern und alten Menschen stärker zu verbinden. Davon würden beide Generationen profitieren.
  Harald Enders vom Landesbetrieb Mobilität unterstrich, dass man in Zukunft dem Erhalt von bestehenden Straßen Vorrang vor dem Neubau geben wird. "Der ländliche Raum hat viel zu bieten - man muss aber auch hinkommen."
  Das Regionalmanagement kann nur funktionieren, wenn wir kleine, konkrete Projekte erarbeiten und die bei Zeiten umsetzen. Sonst wird das Engagement der Menschen abflauen und verschwinden" , fasste der Minister in seiner Schlussansprache zusammen. Deshalb werde man bei der Vergabe von FördermitteIn darauf achten, dass Projekte aus der Region kommen, dort verwurzelt und machbar sind. Die nächsten Regionalkonferenzen finden statt in Zweibrücken, Boppard, Saarburg und Bad Bergzabern. Im September trifft man sich wieder in Ringen, analysiert und faßt Ergebnisse zusammen. (gg)

Quelle: Rheinzeitung vom 22.03.2007


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