Grafschafter Jugend baut sich Heimat der Zukunft

"Cyber Village Grafschaft": Kinder und Jugendliche wollen ihre Dörfer im Modell nach bauen und konstruieren Video-Roboter

GRAFSCHAFT. Die Gemeinde Grafschaft will Neuland betreten, und die Kinder und Jugendlichen sollen mitwirken. Geht es nach dem Willen von Christina Noack vom Kinder­ und Jugendförderverein, so wird dieser sich im Rahmen des Projektes "Cyber Village Grafschaft - Mein Dorf hat Zukunft" mit den Fragen "Wo lebe ich? und" Wie will ich leben?" beschäftigen.
  Positiv äußerten sich jüngst auch die Mitglieder des Grafschafter Haupt-, Finanz-, Personal- und Vergabeausschusses. Das Gremium stimmte dafür, das Projekt mit maximal 5000 Euro zu bezuschussen. "Dabei sollen sich Kinder und Jugendliche intensiv mit ihrem Umfeld auseinandersetzen und überlegen, was ihnen in ihrem Dorf gefällt und was ihnen fehlt", erklärte Bürgermeister Achim Juchem. Umgesetzt wird das Projekt von September bis Januar. Die Gesamtkosten betragen rund 10500 Euro. Der Kinder- und Jugendverein Grafschaft hat bereits bei Kreis und Land Zuschussanträge gestellt.
  Läuft das Projekt an, dann sind 25 Schüler der 4. Klassenstufe von der Grundschule Ringen und elf- bis 16-jährige Kids vom Kinder- und Jugendförderverein Grafschaft, die in den Ortsteilen Ringen, Beller und Bölingen wohnen, mit von der Partie. "Gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten über den Zusammenhang demografischer Entwicklungen und kindgerechter Lebenswelten ist es wichtig, Gemeinden für Kinder und Jugendliche attraktiv zu gestalten. Hier setzt das Projekt 'Cyber Village Grafschaft - Mein Dorf hat Zukunft' an", erklärte Projektmitarbeiterin Christina Noack. Ausgehend von ihren drei Orten sollen die Schüler in einem ersten Schritt ihr Lebensurnfeld zunächst historisch besser kennenlernen. "Dann bauen sie ihren Lebensraum als Dorf der Zukunft im Modell Maßstab 1:50 nach. Dabei kombinieren die Schüler reale Elemente mit ihren eigenen Ideen für die künftige Gestaltung ihres Dorfes, bringen ihre Wünsche ein und überlegen, was ihnen momentan fehlt oder was sie stört" , beschreibt Christina Noack die erste Phase des Projekts. Es entstehen drei Modelle der Ortsteile Ringen, Beller und Bölingen, die bei der abschließenden gemeinsamen Ausstellung im Rathaus zusammengefügt werden. Die Modellelemente werden von Panoramafotowänden umgeben, um einen möglichst realistischen Eindruck der Dörfer der Zukunft zu vermitteln.
  Zuvor sollen die Kinder und Jugendlichen die Epochen kennenlernen, die ihr Dorf prägen. Die Orte sollen zudem in einer Exkursion erkundet werden. Noack: "Im Anschluss wird diskutiert, was im Dorf fehlt und wie die Zukunft der Grafschaft aussehen kann." Die Vorschläge sollen dann als Teil der Dorferneuerungskonzepte und in die Realität umgesetzt werden.
  Der Bau eines Video-Roboters steht ebenfalls an. Zusammen mit dem kanadischen Medien- und Roboter­Künstler Graham Smith sollen die Schüler einen mobilen Roboter, der mit einer Videokamera ausgestattet ist und über eine Fernbedienung gesteuert wird, konstruieren und auf die Beine stellen.
  Zum Abschluss des Projekts ist im Ringener Rathaus eine Ausstellung geplant, bei der der Roboter eine zentrale Rolle spielt. Denn mithilfe der Videoroboter können Besucher die "Grafschaft der Zukunft" aus Fußgängerperspektive erkunden: "Der Besucher kann den Roboter mit Körperbewegungen steuern und so regelrecht in das Modell eintauchen. Was die Roboter durch die Kameraaugen sehen, wird großflächig per Beamer auf eine Leinwand übertragen. (hb)

Quelle: Rheinzeitung vom 24.09.2008


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