Ringen wird zum Nadelöhr

Straßenbau: Während der Erneuerung der Ortsdurchfahrt ist
die Grafschaft nur noch über Umwege zu erreichen

Grafschaft. Von der Kreisstadt aus wird die Grafschaft voraussichtlich schon vom Herbst dieses Jahres an nur noch über Umwege zu erreichen sein. Grund ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt Ringen, der jetzt in greifbare Nähe gerückt ist. Läuft alles nach Plan, soll die Landesstraße 83 in der Passage Ringen bereits im kommenden Jahr realisiert werden.
  Besonders die Bürger von Ringen, Beller und Bölingen sind betroffen. Entsprechend groß ist das Interesse an dem Thema: Mehr als 100 Einwohner kamen am Montagabend zur ersten Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus Ringen, um sich über die geplanten Straßenbaustellen und Umleitungsstrecken zu informieren.
Für die Straßenbaumaßnahmen sind rund 1,9 Millionen Euro berechnet. Die Gesamtkosten für die Fahrbahnerneuerung, mehr als eine Millionen Euro, trägt komplett das Land, und die Gemeinde ist für das Erstellen der Nebenanlagen mit gut 200 000 Euro von der Partie. "Auf die Anlieger werden wohl Kosten von rund 8 Euro je Quadratmeter fällig", sagte Friedhelm Moog, Leiter der Bauabteilung in der Gemeinde Grafschaft.



  Der Beginn der umfangreichen Arbeiten ist durch den Landesbetrieb Mobilität auf das zweite Halbjahr 2011 terminiert. Die Ortsdurchfahrt Ringen (L 83) wird in fünf Bauabschnitten über eine Länge von rund 900 Metern voraussichtlich 16 bis 18 Monate lang saniert. Dabei werden im Streckenverlauf auch die Gehwege erneuert, Lichtmasten aufgestellt, Radwege angelegt und zwei neue Standorte für Bushaltestellen ein­ gerichtet. "In Kombination mit modemen Bushaltestellen, Bepflanzungen, Straßenverjüngungen, 13 neuen Parkflächen und Überquerungshilfen soll die neue Strecke dann auch eine sichere Nutzung der Straße gewährleistet", erläuterte Friedhelm Moog. Während der Bauphase soll dabei zunächst die Rheinbacher Straße von der Ringener Kirche aus bis zur Bahnhofstraße rund fünf Monate lang für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt und auf einer Breite von 4,75 Metern bis zu 6,5 Metern ausgebaut werden. Zeitgleich ist vorgesehen, einen Teilbereich der Landesstraße, die aus Richtung Karweiler nach Ringen führt, voll zu sperren. Während der Bauphase sollen dann in die Ahrtalstraße neue Wasserleitungen verlegt und der Abwasserkanal erneuert werden.
  Die Umleitungsstrecke für de Pkw-Verkehr in Richtung Karweiler, Lantershofen und Bad Neuenahr soll den Plänen zufolge von Bölingen ausgehend als Einbahnstraße über die Asbacher Straße hinter dem Bahndamm in Richtung Gemeinde Bauhof über Wirtschaftswege wieder auf die L83 ausgeschildert werden. Innerorts soll die bis dato vorgesehene Fahrbahn von der Heppinger Straße über die Etappe "In den Gärten" und der Bahnhofstraße wieder auf die L 83 ausgelegt werden. Von Bad Neuenahr kommend, soll die Landstraße bis zur Kirche in Ringen halbseitig gesperrt werden. Da vor allem der Begegnungsverkehr von Lastwagen mit Lastwagen oder auch mit Bussen an diesen Stellen sehr schwierig sei, habe man die Streckenführung durch die Hauptachse des Innovationsparks gewählt, berichtete Moog. Für den Schwerlastverkehr wird dann die Umleitung vom Kreisel in Beller durch den Innovationspark Rheinland auf Wirtschaftswege geführt. Vorbei an den Tennisplätzen in Ringen ist vorgesehen, den Verkehr in Bölingen wieder auf die Landesstraße 83 zu leiten. Horst Bach

Quelle: Rheinzeitung vom 26.01.2011


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