Grundschüler lesen Geschichten vor
In Ringen läuft ein Projekt mit dem Kindergarten
GRAFSCHAFT. Im Kindergarten Ringen ist einmal in der Woche Besuch aus der benachbarten Grundschule angesagt: Jeweils drei Schüler der 4. Klasse kommen dann mit selbst gewählten Büchern unter dem Arm, um Kindern im Kindergarten etwas vorzulesen. Drei Mitschüler begleiten sie, um ein waches Auge auf die Lesegruppen zu werfen.
  Justin lud kürzlich zur Lesestunde in die Turnhalle ein, wo sich bald einige kleine Zuhörer einfanden und es sich auf Matratzen bequem machten. Sie hatten die Wahl zwischen drei Büchern und entschieden sich für ein Abenteuer um einen Piratenschatz.

Justin Waldecker liest den Ringener Kinder- gartenkindern aus "Der Schatz der Piraten" vor. Foto: Vollrath/Gausmann
Etwas weiter weg las Lars aus einem Benjamin-Blümchen­Buch vor.
  Draußen im Garten buddelten Kinder bei strahlendem Sonnenschein im Sand, liefen ums Haus oder tobten auf den Schaukeln. Dennoch fand sich unter freiem Himmel auch um Jonas eine kleine Truppe, die auf einen dicken Baumstamm im etwas abgelegenen Waldgarten kletterte. Dort hörten die Kinder, was es alles rund um Pferde zu wissen gibt. Und Niklas kümmerte sich zwischendurch ganz lieb um die kleinen Zuhörer, die ab und an ein wenig zu heftig auf den Ästen wippten.
  Die begleitende Lehrerin Christina Thiel wanderte zwischen den Lese-Inseln hin und her, musste aber gar nicht eingreifen. "Diese Vorleseaktion ist mittlerweile ein Selbstläufer geworden", äußerte sie erfreut. Sie registriert, dass auch eher leseschwache Schüler sich für das Vorlesen richtig ins Zeug legen und viel Spaß dabei haben, ihre Künste vor den Kindergartenkindern zu präsentieren.
  Die Jüngeren bewundern die "Großen" und viele freuen sich aufgrund dieser Aktion erst recht auf die Schule. Die Lehrerin lernt auf diese Weise schon einmal einige der zukünftigen Erstklässler kennen und auch diesen Aspekt findet sie am Vorlese-Projekt der beiden Institutionen sehr wertvoll. Das Bildungsministerium wird sich freuen, denn genau diese Art von Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen fordert die Landesregierung, damit Schranken abgebaut, Gemeinsamkeiten im Sinne der Kinder gefunden und Erfahrungen zwischen Erzieherinnen und Lehrern ausgetauscht werden können. (sm)
Quelle: Rheinzeitung vom 28.07.2005
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