Studie: Portal bringt Millionen

Analyse bescheinigt "Eifel-Ahr-Portal" neue Zielgruppen und hohe Umsätze

GRAFSCHAFT/AHRKREIS. Ein "Eifel-Ahr-Portal" im Innovationspark Rheinland bei Ringen komme dem Kreis Ahrweiler und der gesamten Region zugute. So lautet die Grundaussage einer Studie des kreisstädtischen Instituts für Regionalmanagement (IfR) , die die Gemeinde Grafschaft in Auftrag gegeben hat und die der RZ vorliegt.
  Demnach erschließt das Portal mit einer regionalen Markthalle, Tourist-Information und Markengeschäften neue Zielgruppen ("Shoppingtouristen"), stärkt den Tourismus und verschafft heimischen Landwirten und Winzern neue Absatzmöglichkeiten. Es "würden bei (angenommenen) jährlichen 1,5 Millionen Kunden des Premium-Center Eifel­Ahr-Portals und somit 321 000 potenziellen Besuchern der Region - bei durchschnittlichen Tagesausgaben von 25,25 Euro im Landkreis Ahrweiler­ insgesamt  810 250 Euro Umsatz in der Region resultieren".
  Negative Effekte seien nur bei "schlecht gewählten Standorten" und mit "unverhältnismäßig großen Verkaufsflächen", Produkten niedriger Markenqualität sowie locker geregelter Sortimentsbeschränkung zu befürchten. An "gut gewählten Standorten" dagegen wirke sich ein Verkaufszentrum wie das "Eifel­Ahr-Portal" speziell auf den innerstädtischen Einzelhandel positiv aus, heißt es: "Besonders in Tourismusregionen sind die Konflikte mit dem Einzelhandel als vergleichsweise gering einzustufen." Wegen der geringen Distanz zwischen dem Verkaufszentrum und der Kreisstadt werde diese am meisten von den Besuchern profitieren.
  Das Portal soll sich von herkömmlichen Factory-Outlet­Centers (FOC) , also dem Fabrikverkauf hochwertiger Markenprodukte, abheben. Dies werde durch den Fokus auf die Vermarktung regionaler Produkte und durch die touristische Einbindung in die Region angestrebt. Die Pläne für ein "Eifel-Ahr-Portal" sind seit ihrem Bekanntwerden im September vergangenen Jahres auf heftigen Widerstand umliegender Kommunen gestoßen, die um den Fortbestand ihres Einzelhandels bangen. Entschieden ist aber noch nichts. Die Tourismus-Potenzialanalyse ist laut Bürgermeister Achim Juchem (Grafschaft) eines von zwei Gutachten, auf deren Grundlage festgelegt werden soll, ob das Vorhaben überhaupt verwirklicht wird.
  Entscheidend dürfte die Verträglichkeitsanalyse zum Einzelhandel sein, mit deren Veröffentlichung im Februar oder März gerechnet wird. Sie untersucht die Auswirkungen des Portals auf die Läden in umliegenden Kommunen. (tfi)

Quelle: Rheinzeitung vom 29.01.2009


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