Kinder bauten Western-Stadt

Betreuer mussten ins "Gefängnis" - Häuser bleiben erhalten

RINGEN. Eine Ferienaktion für kleine Handwerker und Handwerkerinnen bot der Kinder- und Jugendförderverein Grafschaft in der dritten Sommerferienwoche. 39 Kinder machten sich auf der Wiese hinter dem Ringener Pfadfinderheim mit Hämmern, Nägeln, Sägen, Zangen und großem Eifer daran, aus Holz eine kleine Stadt zu bauen, wie es sie im Wilden Westen wohl einmal gegeben haben könnte.
  Katherina, 9 Jahre, zimmerte mit zahlreichen kleinen Kollegen eine Farm, zu der ein schmuckes Wohnhaus und eine große Scheune gehören. Zum Bautrupp für das geräumige Arzthaus mit richtiger Bettstatt gehörte Aaron, 8 Jahre, der besonders gern den Hammer schwang. "Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, aber dann ging es prima", strahlte er am letzten Tag der Freizeitwoche.
  Lucas, 8 Jahre, baute mit am Gefängnis, das im "Sheriff-Office" eingerichtet wurde. Besonders lustig fanden die Kinder, dass sich die Betreuer gerne einmal hinter Gitter bringen ließen und es sich "im Jail" 'auf der selbst gezimmerten Bank, gemütlich machten. Mit Hilfe der Betreuer erbauten die Kinder auch noch eine tolle Kirche mit hohem Turm mitten im Dorf. Natürlich durfte auch ein großer Saloon nicht fehlen. Innen statteten die Kinder die rustikale Schenke mit einer zünftigen Theke aus. Schwingtüren luden stilgerecht zum Ein- und Ausgehen ein.


Eine kleine Wild-West-Stadt aus Holz bauten sich die Kinder während der Ferienfreizeit in Ringen. Neben dem Spaß beim Bauen ließ es sich dort auch herrlich spielen. Foto: Vollrath
  Zu den Betreuern der Ferienfreizeit gehörten neben Christina Noack, Camilla Klinckmüller und Yvonne Schülter vom Förderverein Daniel Pelzer, Mario Wirtz, Daniela Nolden, Vanessa Münch, Julian Rieck, Philipp Horn und Sarah Bertram. Morgens nahmen sie sich schon zeitig der 16 Kinder an, deren Eltern keine Ferien hatten, und die daher froh darüber waren, dass ihre Ferienkids schon im Wilden Westen frühstücken konnten. Dieses familiengerechte Arrangement der frühen Betreuung wird auch in dieser Woche vom Kinder- und Jugendförderverein angeboten, in der ein einwöchiges Zirkusprojekt in Gelsdorf über die Bühne geht.
  Für ein leckeres Mittagessen während der fünf Projekttage sorgten eine Mutter und Stefanie Noack. Die freuten sich darüber, dass sich die jungen Westernhelden begeistert über Spaghetti, Pizza, Geschnetzeltes oder Frikadellen hermachten.
  Nachdem die Kinder die Hütten des Westerndorfes vollendet hatten, sorgten sie auch noch für ihre eigene westernmäßige Ausstattung. Aus alten Jeans fertigten sie Cowboyhosen, versahen Westen mit Fransen und bastelten Sheriff-Sterne, Sporen, Pistolen und Cowboytücher.
  Der Abschluss-Nachmittag schließlich war angefüllt mit spannenden Westernspielen: Melken auf Zeit, Goldnuggets waschen und erfrischende Wasserspiele versüßten den Westernkindern auf Zeit den Abschied von einem gelungenen Projekt.
  Zum Glück muss keines der mit großem Einsatz gebauten Westerngebäude abgerissen werden. Alle Hütten fanden Käufer, so dass in einigen Gärten und Höfen der Grafschaft noch oft fröhlich Wilder Westen gespielt werden kann. (sm)

Quelle: Rheinzeitung vom 31.07.2007


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